Schulze erklärt To-Go den Krieg

Händler, die Einwegverpackungen anbieten, sollen zusätzlich Mehrwegware anbieten müssen.
In Deutschland werden mehr Verpackungen verbraucht denn je: 18,9 Millionen Tonnen Verpackungsabfälle sind nach aktuellen Angaben des Umweltbundesamtes (UBA) im Jahr 2018 angefallen – das waren im Schnitt fast 230 Kilo pro Bundesbürger. Seit 2010 stieg die Menge um insgesamt rund 18 Prozent. Knapp die Hälfte des Abfalls verursachen Privatverbraucher.

Im Fokus von Politik und Umweltorganisationen stehen insbesondere die in der Natur sich kaum zersetzenden Kunststoffverpackungen. 3,2 Millionen Tonnen davon landeten in Deutschland 2018 im Müll, knapp 40 Kilogramm pro Kopf. Damit zählen die Deutschen EU-weit zu den größten Verbrauchern. Stündlich werden allein rund 320 000 Einweg-Becher verbraucht – davon bis zu 140 000 To-go-Becher.

Dagegen will Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) mit einem Gesetz vorgehen, das über EU-Regeln hinausgeht: Wer Getränke oder Lebensmittel zum Mitnehmen in Einweg-Verpackungen verkauft, soll von 2022 an auch Mehrweg-Verpackungen im Angebot haben müssen.

Eine Ausnahme gibt es, wenn ein Geschäft nicht mehr als 3 Mitarbeiter hat und eine Verkaufsfläche bis zu 50 Quadratmetern hat. Dann soll es reichen, die Produkte auf Wunsch des Kunden in mitgebrachte Mehrwegbehälter abzufüllen. afp
© Südwest Presse 21.11.2020 07:45
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