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Zum Artikel „Skandalöse Zustände in Schlachthof“

Tauberbischofsheim, Gärtringen, jetzt Biberach . . . und das sind nur die, von denen wir wissen; die Liste lässt sich wahrscheinlich bis ins Endlose fortsetzen. Und jedes Mal, wenn die Soko Tierschutz wieder schockierendes Filmmaterial über unhaltbare Zustände und das Leiden und die Qualen von Tieren in Schlachthöfen online stellt, zeigt sich der verantwortliche Landwirtschaftsminister Hauk äußerst betroffen und spricht von „untragbaren Szenen“ und dass die „gesetzlichen Vorgaben umgesetzt werden müssen“. Wie oft will er das denn noch wiederholen? Und dann im Anschluss wieder nichts tun? Eine ständige und lückenlose Kameraüberwachung in Schlachthöfen wird zum Beispiel vehement abgelehnt. Wegen dem Datenschutz! Gut ausgebildetes Personal gibt es nicht und die Ausstattungen werden nicht auf dem Stand der Technik gehalten, denn dann wird ja weniger Geld verdient. Man sollte nicht nur den Schlachthof schließen, sondern die verantwortlichen Geschäftsführer gleich . . . , nein, ich sag’s jetzt nicht. Aber packt sie da, wo es ihnen am meisten weh tut: an ihrem Geldbeutel. Leert ihn aus und sorgt dafür, dass sie ihn sich nie wieder vollstopfen können.

© Gmünder Tagespost 27.11.2020 20:48
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Karin Hofmann

Hallo Frau Bulling,

ja, die Zustände in den Schlachthöfen sind skandalös. Billigste "Fachkräfte" aus dem Ausland, schnell müssen die Tötungen der Tiere gehen, mit Stöcken aus den Grosstransportern gezerrt, lebend abgesprüht mit Desinfektionsmittel, bis zum tödlichen Schuss. Wenn dieser nicht richtig saß, wird halblebend gehäutet. Massentötungen im Akkord.

Warum ist dies alles so? Es geht um Angebot und Nachfrage: Das Prinzip von Angebot und Nachfrage ist ganz einfach: Es werden nur Güter und Dienstleistungen bereit gestellt, wenn jemand auch bereit ist diese zu kaufen.

Die Nachfrage nach FLEISCH ist immens. Deutschland, ein Volk der "Fleischfresser". Ohne Wurst kein Frühstück oder Abendessen, ohne Fleisch kein Mittagessen. Um die billigsten, abgepackten, mit einem Vlies/Unterlage aus Desinfektionsmittel zur Haltbarmachung und Folie drumrun, Produkte reissen sich die Kunden. Billig muss das Fleisch sein. Beim Braten entsteht dann eine  schäumende, stinkende Antibiotika-Desinfektionsmittelbrühe. Mit dem Fleisch bekommt man dann noch einen Adrenalin-Stoss der unter Stress 100te km zum Schlachthof gefahrenen und unter höchster Angst geschlachteten Tiere ins Blut. Aber: Die Schlachthöfe, Mitarbeiter im Akkord, kommen nicht mehr nach unseren Fleischkonsum zu decken. Das ist der Hintergrund der Probleme in den Schlachthöfen.

Die "Fleischfresser": Der Körper übersäuert, Bluthochdruck, erhöhtes Cholesterin, Leberschäden,  Rheuma... Die "Fleischfresser" fängt dann unser Gesundheitssystem wieder auf. 

Für mich besteht die Ursache des ganzen Problems schon im Denken/Handeln/Einkauf der Fleischkunden. Für mich reicht einmal/Woche ein gutes Stück Fleisch, direkt vom Metzger. Angebot und Nachfrage ist das Problem. Die meisten Menschen kann man, weder der Arzt, noch wir, damit leider nicht erreichen, deshalb wird das Leiden der Tiere, die im Akkord geschlachtet werden, weitergehen. Da nutzt auch eine Kameraüberwachung, eine "SOKO Schlachtung" und ein Landwirtschaftsminister nichts. Denn: Für unseren Staat kurbeln die Schlachthöfe mit den hunderttausend steuerzahlenden Mitarbeitern und den Steuern des Schlachthofs und dessen Verkaufszahlen unsere Wirtschaft an! 

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