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Mit „Click & Collect“ lokalen Handel stützen

Telefonisch und per E-Mail beim örtlichen Handel bestellen und dann unter Beachtung der „AHA“-Regeln persönlich abholen war längere Zeit umstritten, ist jedoch nun seit Montag in Baden-Württemberg erlaubt. Gerade kleinere Fachgeschäfte sind auf diesen Dienst angewiesen.
  • Fachgeschäfte und Gastronomen nehmen Bestellungen entgegen, die wahlweise nach Hause geliefert oder vor Ort abgeholt werden können. Foto: opo

Schwäbisch Gmünd. Wieder einmal sind Fachgeschäfte im Einzelhandel und Wirtshäuser durch behördliche Anordnungen geschlossen. Wie lange diese Lage noch andauert, ist derzeit ungewiss.

Neu ist jetzt jedoch, im Gegensatz zu dem Lockdown im Frühjahr 2020, dass auch örtliche Einzelhändler telefonisch und per E-Mail Bestellungen entgegennehmen und auf Termin, unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen, an ihre Kunden abgeben dürfen. „Click and Collect“ nennt sich diese Vorgehensweise, bei der vor allem lange Schlangen an den Kassen vermieden werden sollen. Für diese Möglichkeit, Produkte direkt vor Ort abzuholen, haben die Händler in den meisten Fällen eine Art Übergabetheke direkt am Eingang aufgebaut.

Nun kann man also online beispielsweise ein Buch oder Schuhe bestellen und in der örtlichen Buchhandlung oder im Schuhladen vor Ort abholen.

Vorbestellung und Abholung trotz Schließung möglich

Händler und Wirtsleute im Ostalbkreis haben sich auf die neue Situation eingestellt und sind auch hinter offiziell geschlossenen Türen weiterhin für ihre Kunden da. Viele Unternehmen liefern ihre Produkte auf Bestellung per Telefon oder E-Mail zum Kunden aus beziehungsweise können ab sofort auch die persönliche Abholung am Geschäft zulassen. Gastronomen bieten fertig zubereitete Speisen zum Abholen oder Lieferservice an.

So lässt sich beispielsweise das romantische Candle-Light-Dinner kurzerhand vom Gasthof ins heimische Wohnzimmer verlegen – das passende Menü dazu wird vom Gasthof fertig gekocht einfach nach Hause geliefert. Für den edlen Tropfen danach und das gute Buch zum Schluss haben die örtlichen Händler ebenfalls eine Lösung parat, auch wenn sie vorübergehend keine Kunden in ihre Geschäfte lassen dürfen.

In den meisten Fällen sind die Produkte in den Geschäften vorrätig und kurzerhand abholbar, die Wartezeit und die zusätzlichen Kosten für Verpackung und den Versand entfallen folglich.

Rechtliche Einschätzung

Die Verbraucherzentrale in Nordrhein-Westfalen informiert über die rechtlichen Voraussetzungen von „Click & Collect“. Andreas Adelberger von der Verbraucherberatungsstelle in Velbert ist der Ansicht, dass bei „Click & Collect“ die Richtlinien des Online-Handels gelten, also etwa auch das 14-tägige Widerrufsrecht. Die weiteren Umstände, wie die Bezahlart oder die Abholung, würden hier keine Rolle spielen. Anders sei der Fall zu bewerten, wenn die Ware ausdrücklich nur reserviert wird und die Kaufentscheidung vor Ort fällt. In diesem Fall bestehe das Widerrufsrecht nicht und der Kauf sei mit der Willenserklärung beim Einkauf in einen normalen Fachgeschäft gleichzusetzen, erklärt Adelberger.

Macht der Kunde von seinem Widerrufsrecht Gebrauch, sollte vorab mit dem Händler abgeklärt werden, ob man das Produkt am „Click & Collect“-Platz zurückgeben oder per Paket zurückschicken solle. als

© Gmünder Tagespost 15.01.2021 19:17
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