Lesermeinung

„Lehrertische: Grüne scheitern“

Zuallererst möchte ich bemerken, dass es toll ist, wenn die Stadt Aalen sich aufmacht und Geld in die Hand nimmt, um die Digitalisierung an den Aalener Schulen voranzutreiben. Eine überaus wichtige Maßnahme im Zeitalter von Corona und Fernunterricht. Als Aalener Bürger liegt mir einerseits viel daran, dass die Schulen in dieser schwierigen Zeit gut ausgestattet werden, um ihrem Bildungsauftrag optimal nachkommen zu können. Andererseits aber ist es auch wichtig, die Grundlagen hierzu zu schaffen. Ob Lehrertische für über 1,8 Millionen Euro dazu gehören? Ich wage zu behaupten: nein. Denn hier hat Ralf Meiser von den Grünen vollkommen recht: Die meisten der Funktionen, die dazu beschrieben werden, lassen sich mit anderen, weit günstigeren Mitteln ebenso erledigen (...).
Wie will der Gemeinderat den Aalener Bürgern erklären, wie verschwenderisch hier mit Steuergeldern umgegangen wird? Mit den Worten des SPD-Fraktionsführers gesprochen, kann ich nur sagen: „Das nervt mich auch langsam“. Diese Art von Wirtschaft ist umso bedauerlicher, wenn man gleichzeitig lesen muss, dass an vielen Schulen derzeit die WLan-Versorgung noch nicht abgeschlossen ist. Vielleicht wäre es doch ratsam gewesen, den Vorschlägen der Grünen zu folgen und die eingesparten Mittel für den zügigen Ausbau des WLans zu verwenden oder zur sofortigen Beschaffung von weiteren Tablets für Schüler oder Lehrer. Mit den eingesparten Geldern, ca. 1,6 Mio. Euro, hätten gut 2500 iPads angeschafft werden können.

© Gmünder Tagespost 18.01.2021 19:26
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Kommentare

Manfred Bartel

Schule ist ein Thema, das deutschlandweit, von allen politischen Parteien, als Diskussionsbühne, aber nicht als Handlungsort verstanden wird. Egal welche Partei die Verantwortung hatte, es wurde eine Sau nach der anderen durchs Dorf getrieben. Wichtig war nur, die wenigen Errungenschaften des politischen Vorgängers und Konkurrenten zu konterkarieren. Angeblich werden die Schüler in der Schule ja auf ein Leben in einem hochindustrialisierten Land vorbereitet. Daher ist Digitalisierung nicht vorgesehen. Kinder haben seit der Markteinführung des Smartphones gesehen, das die Eltern dieses hochtechnisierte Gerät nur für zwei Kernthemen einsetzen können „Datteln“ und die Bedienung sogenannter „Sozialer Kanäle“. Es gab eine BW Kultusministerin, die leider ihren Doktortitel später wieder abgeben musste, die einem Ulmer Psychiater ein Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen einrichtete. Dieses Institut gab dem Psychiater die politisch gewollte Möglichkeit, Lehrer zu Massenveranstaltungen zwangszuverpflichten, um ihnen dort beizubringen, das Schuldigitalisierung ein neurologisch-kognitives Verdummungskonzept ist. So schließt sich der Kreis. Jetzt werden in Aalen Tische gekauft, um die Digitalisierung voranzutreiben. Dahinter steht ein regionales Firmenkonsortium, das sich dem SmartCity Konzept verschrieben hat, was per se nicht schlecht ist. Schlecht ist nur, wenn Schuldigitalisierung bedeutet, das Lehrer von ihrer Kommandozentrale aus, Jalousien hoch und runter fahren können, aber vom Kultusministerium keine Schulung erhalten, wie sie digitale Lehrinhalte erstellen und diese ihren Schülern beibringen können. Vielleicht sind die Tische dann doch das Richtige.

Frieder Kohler

Videotext Baden-Württemberg vom 18.01.2021, Seitenzahl 125 (Unterseiten 1- 5 ) sollte Zeile für Zeile bekannt sein:"Schulleitungen und Lehrer seien nicht in der Lage, Online-Unterricht zu geben....denn von der Kultusverwaltung sei <nahezu keine fachliche Unterstützung> zu erwarten!

Frau Ministerin Eisenmann, das ist keine Pressemitteilung aus Ihrem Hause, sondern sind die Stimmen der Vereinigung der Schulleiter*Innnen und Lehrer*Innen, die nahezu keine <fachliche Unterstützung> zu erwarten haben. 

Was ist nur aus dem "Landessystemkonzept" aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts geworden. Die Republik und das ehemalige Musterländle" gingen baden, Rettungsschwimmer sind nicht in Sicht oder werden zu Aufräumarbeiten des Expo-Debakels benötigt!

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