Lesermeinung

Zum Thema Impfen

Verwundert las ich am Mittwoch die vom Landratsamt bekannt gegebenen Zahlen der geplanten Impftermine. Pro Tag 38 Impfungen, in den ersten 21 Tagen 798 Impftermine, in den darauffolgenden 21 Tagen erhalten diejenigen, die eine Impfung erhielten die notwendige zweite Impfung (und schon sind sechs Wochen verstrichen).
Bravo, da kann ich nur sagen: Weiter so in dem Tempo.
Die Prioritätsgruppe 1 (80 Jahre oder älter) umfasst im Ostalbkreis 21 000 Personen, das wären bei zwei notwendigen Impfungen 1105 Tage und entspricht in etwa drei Jahren.

Die Gesamtbevölkerung im Ostalbkreis liegt bei ca. 314 000 Personen, das wären dann bei zwei notwendigen Impfungen 16526 Tage und entspricht 45,28 Jahren.

Vielleicht geht es auch schneller, weil bis dahin ein großer Teil der Bevölkerung an Covid-19 gestorben ist?

Wie macht das nur Israel, wenn dort bis jetzt schon über 30 Prozent der Bevölkerung geimpft sind und bis Ende März die gesamte impfwillige Bevölkerung durchgeimpft sein soll.

Einige Überlegungen, Zahlen und Rechenbeispiele

Israel hat etwa 8,8 Millionen Einwohner, Baden Württemberg hat circa elf Millionen.

Die Kosten des Impfstoffes betragen 15 Euro pro Dosis, die Kosten fürs Kreisimpfzentrum pro Impfung wahrscheinlich ein Vielfaches davon?

Die EU bezahlt pro Biotech-Impfdosis 15 Euro. Israel gibt dafür 30 Euro aus und wird bevorzugt beliefert.

Deutschland hat 83 Millionen Einwohner, wenn sich 60 Millionen impfen lassen würden, wären das bei zwei Impfdosen 1,8 Milliarden Euro bei 15 Euro pro Dosis, und 3,6 Milliarden bei 30 Euro pro Dosis und bevorzugter Belieferung.

Jeder Monat „Lockdown“ kostet bei weitem mehr. In Deutschland oder Europa hat da wohl jemand gewaltig was verpennt und nicht genügend Impfstoff bestellt? Und die Bürokratie leistet auch noch ihren Beitrag dazu.

© Gmünder Tagespost 21.01.2021 20:52
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Kommentare

Elke Sachers-Saur

Vielen Dank Herr Häfele,

für Ihren Kommentar in der Schäbischen Post.

Jetzt nach 3 Tagen Versuche für einen Impftermin habe ich jetzt aufgegeben, denn der Umgang mit einem Impfberechtigten, werde demnächst 81, lässt einen schon fast verzweifeln und es nervt.

Hiess es doch: lasst euch impfen und wir Alten sind zuerst dran, wird nicht klappen, vielleicht im Sommer, wenn man sich Europa-bzw. Weltweit informiert. Es ist wohl immer eine Sache des Geldes.

Zur Information: kenne den Umgang mit PC, Handy, also alle Kontaktversuche waren konform, aber siehe oben.

Befürchte dass es vielen meiner Altersgenossen genauso ergeht.

Also üben wir uns weiterhin in Geduld, denn das kann unsere Generation besonders gut.

Werde Ende März einen neuen Versuch starten, vielleicht klappt es dann? 

E.S.-S.

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