Streckenschluss Härtsfeldbahn

Initiative Abgeordnete und Bürgermeister wollen die Härtsfeldbahn auf der Strecke Neresheim-Dischingen fertig bauen und dann einen Regelbetrieb einrichten.

  • Für einen Ausbau der Härtsfeldbahn und die Einrichtung eines Regelbetriebes machen sich die Abgeordneten Mack und Kiesewetter, sowie die Bürgermeister Häfele und Jakl stark. Foto: privat

Neresheim

Die Abgeordneten Winfried Mack (Land) und Roderich Kiesewetter (Bund) schlagen zusammen mit den Bürgermeistern Thomas Häfele aus Neresheim und Alfons Jakl aus Dischingen und in Abstimmung mit der Härtsfeldmuseumsbahn vor, die restlichen 2,4 Streckenkilometer der Bahnstrecke Neresheim-Dischingen fertig zu bauen und die Strecke in einen Regelbetrieb zu überführen. Diesen Vorschlag machen sie in einem gemeinsamen Schreiben an Verkehrsminister Winfried Hermann, wie sie in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekannt geben.

Wichtig ist demnach den Initiatoren die Verknüpfung dieser Bahnstrecke Neresheim-Dischingen mit dem Schnellbus Aalen Hbf-Unterkochen-Ebnat-Elchingen-Neresheim, der nach der Corona-Krise nach bisherigen Überlegungen im Stundentakt eingerichtet werden soll.

Der Verein Härtsfeldmuseumsbahn habe herausragende ehrenamtliche Arbeit beim Wiederaufbau der Bahn geleistet. Dafür danke man den Vereinsmitgliedern sehr herzlich, so Mack und Kiesewetter. Man habe sich mit einem Brief an Verkehrsminister Winfried Hermann gewandt.

„In Abstimmung mit dem Verein Härtsfeld-Museumsbahn möchten wir Ihnen als ersten Schritt zu einer eventuellen Reaktivierung der Strecke einen konkreten Vorschlag unterbreiten“, so die Unterzeichner des Briefes. Man könne sich vorstellen, die Härtsfeldbahn zwischen Neresheim und Dischingen zu reaktivieren. Die Strecke sei, hauptsächlich in ehrenamtlicher Arbeit, zwischen Bahnhof Neresheim und Bahnhof Katzenstein am Härtsfeldsee auf einer Länge von rund 5,65 km auf dem neuesten Stand der Technik wiederhergestellt worden.

Die Einweihung sei für April dieses Jahrs geplant. Bis zum Bahnhof Dischingen fehlen noch 2,45 km, so die Unterzeichner in dem Brief. Diese Reststrecke solle mit GVFG-Mitteln (Gemeindefinanzierungsgesetz, Anm. Red.) wiederhergestellt werden. Hierfür werde von Kosten in Höhe von rd. 1,5 Mio. Euro ausgegangen.

Ein Betrieb der Meterspur-Bahn im Stundentakt zwischen Dischingen und Neresheim mache verkehrlich Sinn, sobald der Schnellbus von Aalen Hauptbahnhof nach Neresheim eingerichtet sei. Auch der neue Stadtbus Neresheim könne mit der Bahn Dischingen-Neresheim vertaktet werden. Voraussetzung sei die Finanzierung des Bahnbetriebs über Regionalisierungsmittel des Bundes. Der Betrieb könne über Züge mit modernem Antrieb erfolgen.

Im Alltags- und Berufsverkehr ist die Strecke Dischingen-Neresheim-Elchingen-Ebnat-Unterkochen mit Anschluss nach Oberkochen-Aalen sehr interessant.

„Gerade im Rahmen des Mobilitätspaktes Aalen-Heidenheim suchen wir nach Möglichkeiten, mehr Verkehr auf Busse und auf die Schiene zu bringen. Darüber hinaus befindet sich in Dischingen ein Produktionswerk der Varta AG. In Neresheim befindet sich ein Fachkrankenhaus der SRH. Außerdem schaffen die örtlichen mittelständischen Betriebe auf dem Härtsfeld stetig neue Arbeitsplätze“, so die Unterzeichner des Briefes weiter.

Vorteile für Tourismus

Aber auch für den Tourismus und die Naherholung sei die Strecke Neresheim-Dischingen sehr attraktiv.

Oberhalb des Bahnhofs Neresheim auf dem Ulrichsberg liegt das Benediktinerkloster Neresheim mit seiner von Balthasar Neumann erbauten Kirche. Entlang der Bahnstrecke liegen das Naturschutzgebiet Zwing und der Golfplatz Hochstadt-Härtsfeld-Ries, dann der Härtsfeldsee, wo ein Campingplatz entstehen soll, und Burg Katzenstein. Die Heimattage Baden-Württemberg finden 2024 auf dem Härtsfeld statt. Auch diese würden den Tourismus in der Region weiter voranbringen.

Man bitte, das Anliegen wohlwollend und intensiv zu prüfen, so die Unterzeichner des Briefes an den Minister abschließend.

© Gmünder Tagespost 22.01.2021 16:40
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