Virusmutation: Entscheidung über Öffnung von Kitas und Grundschulen verschoben

Die Entscheidung zu den Kitas und Grundschulen wird vertagt. Grund dafür ist das Auftreten einer mutierten Virusvariante in einer Freiburger Kindertagesstätte.

  • Symbolbild: Pixabay

Stuttgart. Das geplante Pressestatement von Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Mittwochnachmittag entfällt. Grund dafür sei das Auftreten einer mutierten Virusvariante in einer Freiburger Kindertagesstätte. Zwei bestätigte Fälle wurden laut Ministerium bereits nachgewiesen. 21 weitere Infektionen wurden festgestellt, die jetzt untersucht werden. Die Entscheidung zur Öffnung von Kindertagesstätten und Grundschulen muss deshalb verschoben werden. Über das weitere Verfahren wird die Landesregierung informieren. 

Ministerpräsident Winfried Kretschmann macht auch in diesem Fall die Entscheidung über eine mögliche Öffnung vom aktuellen Infektionsgeschehen abhängig. 

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© Gmünder Tagespost 27.01.2021 14:46
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Kommentare

FamSchinko

Freak schrieb am 28.01.2021 um 14:18

Ich weiß nicht, wer seine Kinder zu Hause wegsperrt. Kann mir eigentlich auch nicht vorstellen, dass die das tun, oder? Das war wohl falsch ausgedrückt. Die Kinder gehen momentan “nur“ nicht in den Kindergarten, aber weggesperrt sind sie doch nicht.

Es erfordert natürlich sehr viel Kraft, Ausdauer und Nerven die Kinder zu Hause zu beschäftigen. Kann ich alles verstehen und nachvollziehen. Doch die Kinder können doch weiterhin raus, im Freien spielen, auch die letzten Wochen mit viel Schnee. Das bringt doch alles Abwechslung. Und in der Nachbarschaft finden sich doch bestimmt auch Kinder, die man im Freien mal trifft und dort etwas gemeinsam Zeit verbringt.

Es ist sicherlich sehr anstrengend momentan, aber viele Personen in geschlossenen Räumen sind nicht wirklich eine Option.

Und bitte denken sie auch mal an die Betreuungskräfte. Nach denen fragt keiner, wenn Forderungen nach Kita Öffnungen laut werden. Diese fordern nämlich in ihrem Brief/Unterschriftenaktion, genau das. 

Zitat: “Wir stimmen mit ihnen überein, dass Kinder ein Recht auf Bildung haben. Sie haben aber auch ein Recht auf Gesundheit! Und dieses Recht haben auch die Familien und die päd. Fachkräfte, die diese betreuen.“

Auch darüber sollte nachgedacht werden.

Ihr Vorschalg klingt gut, ist aber mit aktuellem Landesrecht nicht vollständig umsetzbar. Auch im Freien dürfen sich maximal Kinder aus nur zwei Haushalten treffen. Kritisch wird es dann, wenn die Kinder noch nicht das Alter haben, um sich alleine treffen zu dürfen oder wenn es eine Gruppe aus drei oder mehr Familien ist. Dann wird eben ein Kind oder mehrere Kinder werden einfach ausortiert.

Sinnvoller wäre es ein vernünftiges Testkonzept an den Einrichtungen zu etablieren, um dann die Kinder kontrolliert zusammenkommen lassen zu können. Mit den aktuellen Regeln treibt man die Familien in einen unkontrollierbaren Zustand, wo sicher Vieles dann ausserhalb der geltenden Regeln abläuft.

Ein Testkonzept würde auch den Zustand für die pädagogischen Fachkräfte entspannen. Mehr Sicheheit am Arbeitsplatz wäre die Konsequenz und damit auch wieder geregelte Arbeit im Generellen und keine Kurzarbeit oder ein "Abstellen auf Zeit". Ich bin mir sicher, dass der aktuelle Zustand für die Mehrheit der pädagogischen Fachkräfte alles Andere als befriedigend ist.

FamSchinko

No Fri schrieb am 28.01.2021 um 13:14

Nein, ganz im Gegenteil. Ich stimme Ihnen voll und ganz zu, dass die Freiheiten der Kinder schnellstmöglich gelockert werden und dass die Erwachsenen mehr wegstecken. Aber dieser Schritt ist halt erst möglich, wenn es absehbar ist, dass es bergauf geht. Ich meine halt, dass man nichts lockern kann, wenn man nichts auf die Reihe bekommt. Um zu lockern müssen doch erstmal Erfolge erreicht werden. Und natürlich sollten dann auch die Kinder zuerst von den Erfolgen profitieren.

Langsam bin ich es halt leid, dass Kinder oft als Grund genommen werden, irgendwelche Ausnahmen zu machen. Und würden sich alle an die Regeln halten, wären ja auch Ausnahmen gerechtfertigt. Nur, wenn sich niemand an die Regeln hält, noch dagegen demonstriert und dann auch noch Ausnahmen gefordert werden, sind eben die die Leidtragenden, denen man das zurückstecken zumuten kann. 

Dann sind wir ja nicht so weit auseinander. Aber Ausnahmen gibt es aktuell sicher nicht bei den Kindern, sondern im Profifussball, bei Gottesdiensten, bei Querdenker-Demos, bei Arbeitgebern, die kein HomeOffice anbieten und bezüglich geöffneter Grenzen. Dann eine Lockerung für Kinder zu fordern ist nicht zu viel verlangt. Wenn man zusätzlich ein entsprechendes Testkonzept an KiTas und Schulen installieren würde, wäre eine Lockerung in diesem Bereich auch kein Problem.

Alles Vorstöße diesbezüglich werden aber auf kommunaler Ebene und Kreisebene blockiert. Man wartet auf Input vom Land und das Land vermutlich auf Input vom Bund. Und das... ...wer hätte es gedacht... ...dauert eben seine Zeit.

Freak

FamSchinko schrieb am 28.01.2021 um 13:07

Kinder auf Dauer zu Hause wegzusperren und den Kindern den Umgang mit Gleichaltrigen zu verbieten, kann nicht das langfristige Ziel sein. 

Ich weiß nicht, wer seine Kinder zu Hause wegsperrt. Kann mir eigentlich auch nicht vorstellen, dass die das tun, oder? Das war wohl falsch ausgedrückt. Die Kinder gehen momentan “nur“ nicht in den Kindergarten, aber weggesperrt sind sie doch nicht.

Es erfordert natürlich sehr viel Kraft, Ausdauer und Nerven die Kinder zu Hause zu beschäftigen. Kann ich alles verstehen und nachvollziehen. Doch die Kinder können doch weiterhin raus, im Freien spielen, auch die letzten Wochen mit viel Schnee. Das bringt doch alles Abwechslung. Und in der Nachbarschaft finden sich doch bestimmt auch Kinder, die man im Freien mal trifft und dort etwas gemeinsam Zeit verbringt.

Es ist sicherlich sehr anstrengend momentan, aber viele Personen in geschlossenen Räumen sind nicht wirklich eine Option.

Und bitte denken sie auch mal an die Betreuungskräfte. Nach denen fragt keiner, wenn Forderungen nach Kita Öffnungen laut werden. Diese fordern nämlich in ihrem Brief/Unterschriftenaktion, genau das. 

Zitat: “Wir stimmen mit ihnen überein, dass Kinder ein Recht auf Bildung haben. Sie haben aber auch ein Recht auf Gesundheit! Und dieses Recht haben auch die Familien und die päd. Fachkräfte, die diese betreuen.“

Auch darüber sollte nachgedacht werden.

No Fri

FamSchinko schrieb am 28.01.2021 um 13:07

Es ist, wie immer, faszinierend wie schnell Sie auf einen Pro-Kind-Kommentar mit einem negativen Kommentar kontern. Mir fällt es auch schwer zu glauben, dass Sie sich als, Ihrer Aussage nach, leidtragender Erwachsener mit kleinen Kindern messen.

Kinder auf Dauer zu Hause wegzusperren und den Kindern den Umgang mit Gleichaltrigen zu verbieten, kann nicht das langfristige Ziel sein. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Sie soetwas in Ihrer Kindheit erdulden mussten. Jedenfalls nicht über derart lange Zeiträume. Es muss also ein Plan her. Wenn alle anderen Pläne scheitern, dann sollte zumindest für die Jüngsten unserer Gesellschaft der Plan für einen regelmäßigen Austausch unter Gleichaltrigen und für fundierte Bildung funktionieren. Das muss nicht sofort sein, aber eine Perspektive ist angebracht. Vor Allem wenn es noch immer von mir angeführte, nicht beschnittene Bereiche gibt, über die, bei entsprechenden Restriktionen, wesentlich mehr zur Eindämmung der Pandemie beigetragen werden könnte, als durch geschlossene KiTas und Schulen. Ein durchdachtes Testkonzept für Bildungseinrichtungen würde viele Probleme lösen. Dies wird aber nicht umgesetzt. Vermutlich weil ein Bildungs-Lockdown günstiger ist, als ein funktionierender Test-Automatismus.

Oder sehen Sie das Ganze eher nach dem Motto: Ohne Kinder hätten wir weniger Probleme?

Nein, ganz im Gegenteil. Ich stimme Ihnen voll und ganz zu, dass die Freiheiten der Kinder schnellstmöglich gelockert werden und dass die Erwachsenen mehr wegstecken. Aber dieser Schritt ist halt erst möglich, wenn es absehbar ist, dass es bergauf geht. Ich meine halt, dass man nichts lockern kann, wenn man nichts auf die Reihe bekommt. Um zu lockern müssen doch erstmal Erfolge erreicht werden. Und natürlich sollten dann auch die Kinder zuerst von den Erfolgen profitieren.

Langsam bin ich es halt leid, dass Kinder oft als Grund genommen werden, irgendwelche Ausnahmen zu machen. Und würden sich alle an die Regeln halten, wären ja auch Ausnahmen gerechtfertigt. Nur, wenn sich niemand an die Regeln hält, noch dagegen demonstriert und dann auch noch Ausnahmen gefordert werden, sind eben die die Leidtragenden, denen man das zurückstecken zumuten kann. 

FamSchinko

No Fri schrieb am 28.01.2021 um 12:04

Was soll denn heißen, die Kinder sind die leidtragenden? Ich würde mal sagen, es sind gerade alle Leidtragend. Und solange man noch nichts im Griff hat, nicht schafft zu impfen oder die Zahlen wieder in einem normalen Bereich bekommt, kann man eben keine Grupoenveranstaltungen wie Schule und Kita dulden. 

Es ist, wie immer, faszinierend wie schnell Sie auf einen Pro-Kind-Kommentar mit einem negativen Kommentar kontern. Mir fällt es auch schwer zu glauben, dass Sie sich als, Ihrer Aussage nach, leidtragender Erwachsener mit kleinen Kindern messen.

Kinder auf Dauer zu Hause wegzusperren und den Kindern den Umgang mit Gleichaltrigen zu verbieten, kann nicht das langfristige Ziel sein. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Sie soetwas in Ihrer Kindheit erdulden mussten. Jedenfalls nicht über derart lange Zeiträume. Es muss also ein Plan her. Wenn alle anderen Pläne scheitern, dann sollte zumindest für die Jüngsten unserer Gesellschaft der Plan für einen regelmäßigen Austausch unter Gleichaltrigen und für fundierte Bildung funktionieren. Das muss nicht sofort sein, aber eine Perspektive ist angebracht. Vor Allem wenn es noch immer von mir angeführte, nicht beschnittene Bereiche gibt, über die, bei entsprechenden Restriktionen, wesentlich mehr zur Eindämmung der Pandemie beigetragen werden könnte, als durch geschlossene KiTas und Schulen. Ein durchdachtes Testkonzept für Bildungseinrichtungen würde viele Probleme lösen. Dies wird aber nicht umgesetzt. Vermutlich weil ein Bildungs-Lockdown günstiger ist, als ein funktionierender Test-Automatismus.

Oder sehen Sie das Ganze eher nach dem Motto: Ohne Kinder hätten wir weniger Probleme?

No Fri

FamSchinko schrieb am 28.01.2021 um 11:53

Und wieder sind Kinder die Leidtragenden. Damit sich keiner in seiner Reisefreiheit beschränkt sieht, bleiben die Grenzen offen. Lieber hält man stattdessen Bildungseinrichtungen geschlossen, um die eingeschleppten Mutanten zu kontrollieren - oder zumnindest den Versuch einer Kontrolle zu unternehmen. Kinder haben eben keine Lobby und aktuell auch keine Perspektive, dass sich das in naher Zukunft ändert.

Nach ersten Meldungen des SWR wurde der Impact nicht durch die Kinder der Freiburger Einrichtung eingeschleppt. Mit einem fundierten Schnelltestkonzept für KiTas und Schulen wäre der Impact überhaupt nicht in diesem Maß aufgetreten. Es scheitert einmal mehr an der Trägheit und an der Bequemlichkeit des Verwaltungsapparats.

Was soll denn heißen, die Kinder sind die leidtragenden? Ich würde mal sagen, es sind gerade alle Leidtragend. Und solange man noch nichts im Griff hat, nicht schafft zu impfen oder die Zahlen wieder in einem normalen Bereich bekommt, kann man eben keine Grupoenveranstaltungen wie Schule und Kita dulden. 

FamSchinko

Und wieder sind Kinder die Leidtragenden. Damit sich keiner in seiner Reisefreiheit beschränkt sieht, bleiben die Grenzen offen. Lieber hält man stattdessen Bildungseinrichtungen geschlossen, um die eingeschleppten Mutanten zu kontrollieren - oder zumnindest den Versuch einer Kontrolle zu unternehmen. Kinder haben eben keine Lobby und aktuell auch keine Perspektive, dass sich das in naher Zukunft ändert.

Nach ersten Meldungen des SWR wurde der Impact nicht durch die Kinder der Freiburger Einrichtung eingeschleppt. Mit einem fundierten Schnelltestkonzept für KiTas und Schulen wäre der Impact überhaupt nicht in diesem Maß aufgetreten. Es scheitert einmal mehr an der Trägheit und an der Bequemlichkeit des Verwaltungsapparats.

roland ziegler

Es muss zwischendurch mal die Frage erlaubt sein:

Welche Mutante ist es, die gefunden wurde?

Die Britische oder die Südafrikanische? Gibt es eine Weitere?

Es gibt da ja nochmal ein paar Länder!

skibox

Es braucht endlich eine langfristige Strategie, und nein die Pandemie ist noch nicht vorbei. 

No Fri

Frau Eisenmann und Herr Kretschmann sind wohl schon davon ausgegangen, die Krise sei überstanden. 

Naja, manchmal sollte man einfach langsam machen. 

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