Leserbeitrag von Afoe

Stuttgarter Luftnummer

Nun wurde ja ab Montag eine "Warteliste" für Impftermine eingeführt - und als die große Vereinfachung für den impfberechtigten Bürger angepriesen, muss er sich doch nun nicht mehr tagtäglich darum bemühen einen Termin zu bekommen. Doch wer meint nach eimaliger Registrierung wird nun automatisch ein Termin zugeteilt, könnte falsch liegen. Denn offiziell heißt es lapidar: "Die neue Warteliste bei der Telefonhotline verkürzt und vereinfacht die Terminvergabe. Wer nicht sofort einen Termin bekommt, wird registriert und zurückgerufen oder erhält eine E-Mail, wenn wieder Termine frei sind." Verbesserung also Fehlanzeige? Zumal dieses noch hinzukommt: "Um zu verhindern, dass für die Terminvergabe beim Callcenter morgens um 8 Uhr kaum noch Termine verfügbar sind, soll es bald die Möglichkeit geben, bestimmte Termine nur für die Vermittlung im Callcenter tagsüber zu reservieren." Doch wie viele der momentan 150 wöchentlichen Termine im KIZ Aalen sind dann für diese Warteliste reserviert - und wie viele weiterhin über Internet zu buchen? Die Deutung der Informationen ergibt, dass die "Warteliste" sich vorerst von den morgens um 8 Uhr noch übrigen Terminen "ernähren" muss - also de facto eine Luftnummer ist. Doch "bald" sollen Impftermine für die Warteliste reserviert werden - ein Trostpflaster. Es bleibt spannend; mindestens bis zum Wahlabend.

© Afoe 08.02.2021 17:08
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Kommentare

In my humble opinion

W Dan schrieb am 08.02.2021 um 20:30

...
Trotzdem, wo kein Impfstoff vorhanden ist braucht man auch keine Warteliste mit Terminen

Einspruch!

Es geht bei einer Warteliste nicht um konkrete Termine ( absolute Zeit ), sondern um die Reihenfolge ( relative Zeit ). Gemäß dem Sprichwort "Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf Morgen" ( und es gibt die spöttische Erweiterung "denn dann kannst du es morgen ... nochmal besorgen" ) sollte die Verwaltung jetzt die Reihenfolge vorsehen, um dann bei Eintreffen des Impfstoffs zügig-zackig den Impflingen den konkreten Termin anbieten. Nochmal: Es ist ein entwürdigendes Schauspiel, verusacht durch die Politik, wie sich die Bürger an Telefon und PC um die freien Termine balgen müssen.

Wir machen ja auch der Politik den Vorwurf, in der Sommerzeit mit den niedrigen Infektionsraten nichts getan, nicht vorgesorgt zu haben für den vorhergesagten ( "angedrohten" ) Anstieg im Herbst und Winter und wir dann mit erneutem Lockdown und Shutdown geplagt worden sind, quasi als Notwehrmaßnahme.

Es kann doch nicht sein, dass wir in "guten Zeiten" alles aussitzen, auf die lange Bank schieben, und in schlechten Zeiten mit massiven, ungezielten Rundumschlägen das Problem dann "mit Hochdruck" und "unbürokratisch" lösen wollen, die Gewerbetreibenden erleben das ja jetzt mit den zwar versprochenen, aber immer noch ausstehenden "Hilfen", das hätte alles im Sommer vorbereitet und nun griffbereit aus der Schublade gezogen werden können.

Das Problem mit dem "Datenschutz" ist auch keins, da im Rahmen der DSGV ziemlich viel möglich ist, wenn die Maßnahmen zweckmäßig und zielsicher begründet werden.

W Dan

In my humble opinion schrieb am 08.02.2021 um 20:21

Der Sinn meines Kommentars war Spott auf Politik, Bürokratie, Verwaltung.

Wenn es darum geht, einen Gebührenbescheid zuzusenden, kennen Politik und Amt die genaue Adresse und auch sämtliche Vornamen aus dem Taufregister.

Wäre es zuviel verlangt, aus dem Melderegister ( Geburtstag! ) bei denjenigen, die ein Alter gemäß Prio-Liste haben und die nicht in Heimen wohnen, eine Reihenfolge für die Termine der Erstimpfung mittels Lostrommel festzulegen und die Personen darüber zu informieren? Ein Service wäre dazu, den in häuslicher Gemeinschaft lebenden Ehepartner gleich mit einzuteilen, auch wenn er nicht das erforderliche Alter hat. Die Namen derjenigen mit Vorerkrankung müssten ohne Begründung dem Meldeamt von den Institutionen, die es wissen, übermittelt werden. Wer sich dazu in die Prio-Liste gehörig fühlt, müsste dann selber ( ... ) beim Impfterminverteilungsamt vorstellig werden. Ein genauer Termin ( für die Erstimpfung und die zwangsläufig folgende Zweitimpfung kann natürlich erst bei Vorhandensein von Impfstoff bestimmt und mitgeteilt werden.

Das "Windhundverfahren" ist besonders und das Wartelisteverfahren allgemein verletzend für die Würde der Betroffenen und insgesamt eine Geste der Verachtung für die Gesellschaft.

So würde es ein selbstständiger Unternehmer anstellen aber doch nicht die Politik, da zeigt sich jetzt was ein anständiger Datenschutz für Hindernisse darstellen kann. Aber das wird ja geändert indem unsere SteuerID herangezogen wird denn das Finanzamt vergisst niemand.

Trotzdem, wo kein Impfstoff vorhanden ist braucht man auch keine Warteliste mit Terminen

In my humble opinion

W Dan schrieb am 08.02.2021 um 19:00

Der Sinn einer Warteliste ...

Der Sinn meines Kommentars war Spott auf Politik, Bürokratie, Verwaltung.

Wenn es darum geht, einen Gebührenbescheid zuzusenden, kennen Politik und Amt die genaue Adresse und auch sämtliche Vornamen aus dem Taufregister.

Wäre es zuviel verlangt, aus dem Melderegister ( Geburtstag! ) bei denjenigen, die ein Alter gemäß Prio-Liste haben und die nicht in Heimen wohnen, eine Reihenfolge für die Termine der Erstimpfung mittels Lostrommel festzulegen und die Personen darüber zu informieren? Ein Service wäre dazu, den in häuslicher Gemeinschaft lebenden Ehepartner gleich mit einzuteilen, auch wenn er nicht das erforderliche Alter hat. Die Namen derjenigen mit Vorerkrankung müssten ohne Begründung dem Meldeamt von den Institutionen, die es wissen, übermittelt werden. Wer sich dazu in die Prio-Liste gehörig fühlt, müsste dann selber ( ... ) beim Impfterminverteilungsamt vorstellig werden. Ein genauer Termin ( für die Erstimpfung und die zwangsläufig folgende Zweitimpfung kann natürlich erst bei Vorhandensein von Impfstoff bestimmt und mitgeteilt werden.

Das "Windhundverfahren" ist besonders und das Wartelisteverfahren allgemein verletzend für die Würde der Betroffenen und insgesamt eine Geste der Verachtung für die Gesellschaft.

W Dan

In my humble opinion schrieb am 08.02.2021 um 17:19

Die politische Lösung für das Problem wäre die Einführung einer Warteliste für den Eintrag in die Warteliste ...

Der Sinn einer Warteliste solange kein Impfstoff in ausreichender Menge zur Verfügung steht erschließt sich mir nicht. Das kann auch nicht funktionieren solange kein Liefertermin  und keine Liefermengen bekannt sind.

Als Impfberechtigter oder Impfwilliger würde ich einfach warten bis der Impfstoff verfügbar ist, erst dann können sich verbindliche Termin festlegen lassen.

In my humble opinion

Die politische Lösung für das Problem wäre die Einführung einer Warteliste für den Eintrag in die Warteliste ...

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