Querpass

Armin Younes hält die Zeit an

  • über Mitgefühl und großen Gesten in der Bundesliga Foto: Volkmar Könneke
Gute Nachricht für die Fußball-Fans: Der Meisterschaftskampf ist wieder spannend geworden, weil RB Leipzig bei Hertha BSC nichts hat anbrennen lassen, die Bayern bei den Adler-Trägern von Eintracht Frankfurt Federn ließen. Viel wichtiger als das wieder offen erscheinende Titelrennen ist jedoch eine Geste von Eintracht-Offensivmann Armin Younes im Spiel gegen den Meister. Nach seinem fulminanten Tor zum zwischenzeitlichen 2:0 lief der 27-Jährige zur Seitenlinie. Dort ließ er sich von einem Betreuer ein T-Shirt reichen, auf dem das Konterfei und der Name eines jener neun Menschen gedruckt war, die vor einem Jahr beim rassistischen Anschlag in Hanau ermordet worden waren. Younes streckte das Shirt mit dem Portrait und Namen des ermordeten Fatih Saraçoglo hoch. Im weiten und fast leeren Rund der mehr als 50 000 Zuschauer fassenden Arena im Frankfurter Stadtwald stand die Zeit für einen Moment lang still. Es war eine große und zu Herzen gehende Aktion, ein Gedenken, das Eindruck machte und bleiben wird. Und zeigte, das Profisportler tatsächlich Vorbilder sein können.

Younes und die Eintracht, deren Spieler schon beim Aufwärmen mit speziellen T-Shirts an die Ermordeten erinnert hatten, haben ein klares Zeichen gesetzt, eines unmissverständlich klar gemacht: Rassisten sind auch in den Fußball-Stadien dieser Republik unerwünscht.
© Südwest Presse 23.02.2021 07:45
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