IG Metall macht mit Wanstreiks Druck

Streik Rund 250 Beschäftigte legten beim Automobilzulieferer SHW Automotive in Aalen die Arbeit temporär nieder. Am heutigen Freitag folgen allein in Aalen weitere 16 Unternehmen.

  • Teilnehmer eines Warnstreikes der IG Metall versammelten sich vor dem Auerhammer Metallwerk. Archiv-Foto: Sebastian Willnow/dpa

Aalen-Schwäbisch Gmünd. Mit befristeten Arbeitsniederlegungen will die IG Metall den Druck in den Tarifverhandlungen der Metall- und Elektroindustrie erhöhen und ihren Tarifforderungen Nachdruck verleihen, das geht aus einer aktuellen Pressemitteilung hervor.  Bislang gelang noch keine Annäherung zwischen den zwei Verhandlungsparteien.

„In dieser Tarifrunde wollen wir vor allem Beschäftigung, Zukunft und Einkommen sichern. Doch die Arbeitgeber wollen sparen und fordern Lohnkürzungen. Ihr Kalkül: Wegen Corona kann die IG Metall sowieso nicht streiken", sagt der zweite Bevollmächtigte Josef Mischko. Er habe darauf keine klare Antwort. "Wer nicht hören und nicht anständig verhandeln will, muss fühlen!“, so Mischko.

Am gestrigen Donnerstag, 4. März, starteten die Metaller in die heiße Warnstreikphase. Den Auftakt machten die Beschäftigten der SHW Automotive in Aalen. Rund 250 Beschäftigte legten beim Automobilzulieferer die Arbeit temporär nieder. Am heutigen Freitag folgen allein in Aalen weitere 16 Unternehmen, darunter: 

  • Franke GmbH
  • Gesenkschmiede Schneider (GSA)
  • Kessler & Co.
  • Mapal Dr. Kress KG
  • Varta Consumer
  • Varta Microbattery
  • Carl Zeiss AG
  • Carl Zeiss Jena GmbH
  • Carl Zeiss Vision
  • SMT
  • Carl Zeiss Microscopy
  • Carl Zeiss IMT
  • Gusto Gourmet
  • Carl Zeiss Meditec AG
  • Carl Zeiss Meditec Vertriebsgesellschaft
  • Hensoldt

Im Großraum von Schwäbisch Gmünd werden zudem bei Bosch AS, ZF Automotive, Mahle Blechtechnologie sowie bei FEIN ebenfalls Warnstreik Aktionen durchgeführt. Insgesamt werden sich somit mehrere Tausend Beschäftigte ostalbweit an den Warnstreiks beteiligen.
„Die Beschäftigten stehen hinter den Forderungen der IG Metall nach sicherer Arbeit, höheren Löhnen und Zukunftsperspektiven für Standorte und die junge Generation. Wir brauchen während der Corona Pandemie tragbare Lösungen, um positiv in die Zukunft blicken zu können", so Kai Burmeister örtlicher 1. Bevollmächtigter der IG Metall. Die Industrie sei unser Rückgrat, welches maßgeblich von den Beschäftigten getragen wird. "Daher verdienen die Kolleginnen und Kollegen ein ordentliches Tarifergebnis, welches ihnen Sicherheit und Perspektiven liefert. Das wissen auch die Arbeitgeber“, so Kai Burmeister örtlicher 1. Bevollmächtigter der IG Metall.

Am 12. März ist zudem ein digitaler Warnstreik geplant, mit dem die IG Metall Neuland betritt.

© Gmünder Tagespost 05.03.2021 10:10
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