Nordrandstraße: Nachteil für Lautern

Zum Artikel in der GT vom 10. Mai: Grundsatzbeschluss in Heubach für Nordrandstraße:
Unglaublich, welche Tricks die Stadt Heubach, das Regierungspräsidium Stuttgart und der Landkreis anwenden, um die Nordumgehung von Heubach schnell zu finanzieren und zu realisieren. Da wird die seit Jahren geplante und vom Regierungspräsidium genehmigte Landesstraße "Nordumgehung Heubach", weil das Land kein Geld zum Bauen hat, zur Kreisstraße umfunktioniert, Gemeindeverbindungsstraßen werden zu Landesstraßen, Landesstraßen zu Kreisstraßen, um Fördermittel - man rechnet mit zirka 66 Prozent von 7,1 Millionen Euro Gesamtkosten - nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz zu erhalten und somit die Finanzierung zu sichern. Voraussetzung für diese Förderung ist nämlich, dass die geplante Streckenführung teilweise an Kreisstraßen (zum Beispiel Heubach/Lautern) anknüpft. Und diese Trickserei wird dann noch als "Turbolader für die Nordumgehung", "Kunstgriff" oder "intelligente Lösung" hochgejubelt.
Angesichts der zu befürchtenden Folgen für den Stadtteil Lautern bezeichne ich die nun vorliegende Planung des Trassenverlaufs absolut nicht als Kunstgriff, eher als Verhängnis und Zumutung.
Der Knackpunkt für die Finanzierung ist, dass die von Bargau her kommende Nordumgehung nicht, wie seither geplant, an der Landesstraße zwischen Heubach und Mögglingen endet, sondern mit einem weiteren Bauabschnitt von der Gärtnerei Kelbaß an, vorbei am Renkenhof weitergeführt wird und in die Kreisstraße 3281 zwischen Heubach und Lautern einmündet. Diesen Abschnitt bezahlt übrigens der Landkreis. Aus der "Nordumgehung Heubach" wird so trickreich die Kreisstraße "Nordrandstraße", die für Teile Heubachs durchaus eine sehr entlastende Wirkung haben mag. Die Bereiche Postplatz, Gmünder Straße, Hauptstraße, Mögglinger Straße und künftig auch die Lauterner Straße werden mit Sicherheit vom Verkehr entlastet. Aber was ist mit Lautern? Will der Heubacher Gemeinderat uns Lauternern tatsächlich diese Verbindungsstraße zwischen den Straßen Lautern/Heubach und Heubach/Mögglingen als Wohltat unterjubeln mit dem Argument "die Erreichbarkeit des Stadtteils Lautern" verbessere sich? Diese noch bessere Erreichbarkeit ist auf keinen Fall im Interesse Lauterns. Der Durchgangsverkehr innerhalb des Ortsteils hat in den letzten Jahren vor allem während der Hauptverkehrszeiten wegen der täglichen Staus auf der B 29 zwischen Mögglingen und Aalen erheblich zugenommen. Zusätzlich erhöht sich nach jeder Umleitung über Lautern, bedingt durch Unfälle oder Baumaßnahmen auf der B 29 oder auf der Bartholomäer Steige, die Verkehrsbelastung im Ort merklich, weil die "freie Fahrt" aus allen Richtungen durch Lautern offensichtlich als zeitsparend und angenehm empfunden wird - und zwar nicht nur von Bewohnern umliegender Gemeinden, sondern vermehrt auch von überregionalen Verkehrsteilnehmern. GPS macht's möglich! Da schrecken auch Sattelschlepper nicht vor den Strecken Lautern-Hohenroden-Essingen oder Lautern-Lauterburg zurück!
Mit der geplanten Verbindungsstraße wird eine Parallelstraße zur B 29 geschaffen vom Gügling über die Nordumgehung Bargau, die Nordrandstraße Heubach weiter über Lautern, Hohenroden und Essingen nach Aalen. Und die wird sehr gut angenommen werden, solange die B 29 nicht vollständig ausgebaut ist. Sollen sich die Lauterner jetzt für den schnellen Bau der B-29-Südumgehung Mögglingen, gegen die jahrelang gekämpft wurde und gegen die sich der Ortschaftsrat Lautern und der Gemeinderat Heubach aus bekannten Gründen ausgesprochen haben, einsetzen, um dem Verkehrschaos zu entkommen? Mit der Verbindungsstraße werde für Lautern eine bessere Anbindung an die Südumgehung beim Verteiler Sternhof geschaffen, so könnte man jetzt noch positiv argumentieren. Doch man bedenke: der B-29-Ausbau in Schwäbisch Gmünd wird vor 2012 nicht fertiggestellt sein, für Mögglingen gibt es keine Zusage hinsichtlich Finanzierung und Baubeginn, aber die Nordrandstraße wird bis dahin befahrbar sein!
Eine deutliche Mehrheit des Heubacher Gemeinderats (davon 2 von 3 aus Lautern) hat eindeutig nur im Interesse Heubachs abgestimmt, die Folgen für Lautern werden schlichtweg unter den Tisch gekehrt.
Susanne Knöpfle-Kuhn,
Heubach-Lautern
© Gmünder Tagespost 16.05.2006 00:00
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