"Jugendamt und Landkreis in die Pflicht nehmen"

Zur Meldung "Dramatisch", Aus der Region, vom 8. November:
In den Heidenheimer Jugendheimen sollen 15 Beschäftigte betriebsbedingt gekündigt werden. Schlimm genug, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dies kurz vor Weihnachten in der Zeitung lesen müssen, aus Ihrem Artikel kann man auch schließen, dass es wenig, oder besser, keine Perspektive gibt. Der Grund für das hohe Defizit ist, dass vor allem das Jugendamt Heidenheim die Einrichtung nicht belegt. Wenn es keinen Bedarf an Jugendhilfe im Landkreis Heidenheim gibt, ist dies in Ordnung, wenn allerdings die Nichtbelegung nur ein Sparkonzept des Landkreises ist, dann wird Familien, Kindern, Jugendlichen die ihnen zustehende Hilfe aus finanziellen Gründen verweigert.
Beim Tod von Kevin war die erste schnelle Aussage, dass Kevin nicht deshalb sterben musste, weil ihm aus finanziellen Gründen die Hilfe verweigert wurde, doch auch in Bremen ist es ein Erfolg des Jugendamtsleiters und des Sozialdezernenten, dass Millionen im Haushalt eingespart wurden.
Wenn nun weitere 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gekündigt werden sollen (schon letztes Jahr gab es Kündigungen), dann wird es immer schwieriger ein gutes Jugendhilfekonzept zu entwickeln und aufzubauen, da dann vor allem die jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fehlen werden und die Einrichtung immer stärker überaltert.
Wenn die Evangelischen Jugendheime eine Chance haben sollen und Heidenheim weiterhin eine örtliche Jugendhilfeeinrichtung benötigt, dann müssen Jugendamt und Landkreis in die Pflicht genommen werden. Wenn das Jugendamt den Evangelischen Jugendheimen die Arbeit nicht zutraut, dann müssen die Gründe auf den Tisch. Wenn es nach Meinung der Verantwortlichen im Kreis in der Verantwortung der Jugendheime liegt, dass sie nicht belegen, dann sollen sie Ross und Reiter nennen.
Im Moment lässt man die Einrichtung hängen, damit aber auch die mehr als 100 Beschäftigten und ihre Familien und natürlich auch diejenigen, denen durch die Einrichtung Unterstützung gewährt werden soll.
Wolfgang Lindenmaier, Esslingen
© Gmünder Tagespost 23.11.2006 00:00
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