"Kinder nicht in Krippen drängen"

Diskussion um die Kinderbetreuung:
Viele Familien können es sich nicht mehr leisten, von einem Einkommen zu leben. Auch die Notlagen von Alleinerziehenden werden oft vergessen. Für manche Kinder kann eine qualitativ hochwertige Fremdbetreuung ein Segen sein. Darum braucht man nicht herumzureden. Nur: Wenn der Staat jetzt - mit den Steuergeldern auch von Familien - massiv in Krippen und Kindergärten investiert, dann darf er das nicht zu Lasten derjenigen Familien tun, die ihre Kinder in den ersten Jahren zuhause betreuen.
Diejenigen Mütter, die Familienarbeit der Erwerbsarbeit vorziehen, sind hier finanziell in die Lage zu setzen, die ihnen das erlaubt. Niemand sollte gezwungen sein, sein Kind in fremde Hände zu geben, weil das Geld nicht reicht. Der Weg von SPD und der CDU-Bundesfamilienministerin ist deshalb der falsche: Sie wollen die Steuervorteile des Ehegattensplittings abschmelzen und ggf. das Kindergeld kürzen. So bleibt in der Familienkasse weniger Geld und mehr Familien werden die Krippen - oft gegen ihren Willen - nutzen müssen. Das sollten all jene bedenken, die allzu vorschnell die "moderne" Familienpolitik unserer Bundesregierung in den grünen Klee loben!Kathleen Ellenrieder, Aalen
© Gmünder Tagespost 21.02.2007 00:00
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