Denken ist Bewegen

Zum Artikel "Ab wann ist ein Kind schulreif?"
Wie kommt es, dass so viele Grundschüler massive Schulprobleme haben, obwohl sie als schulreif galten? Mehr denn je werden die Kinder schon im Kindergarten gefördert, gefordert und oft auch überfordert. Und dennoch gibt es immer mehr "Problemkinder", die schon in der Grundschule Nachhilfe brauchen. Das Resultat sind verzweifelte Eltern und Kinder. Wo bleibt da die Motivation, die Freude am Lernen, die alle Kinder mit auf die Welt bringen?
Bei all diesen vielen "Fördermaßnahmen" werden oft die Wahrnehmungs- und Bewegungsdefizite nicht berücksichtigt. Aber gerade die sind es, die gefördert werden sollten. Denn Denken ist nichts anderes als Bewegen, wie der Gehirnforscher Ratey feststellt. Unser Gehirn ist dreidimensional und somit erfordert auch Denken, Fühlen und Handeln Dreidimensionalität. Das dreidimensionale Gleichgewicht (Orientierung im Raum) schafft die Voraussetzung für die Schulreife. Das Körpergleichgewicht entspricht der Beweglichkeit im Denken. Ein gutes Körpergleichgewicht bedeutet eine optimale Gehirnvernetzung. Häufig sind Lern- und Verhaltensschwierigkeiten bei Gleichgewichtsprobleme die Ursache, da der Schlüsselsinn fürs Lernen das Gleichgewicht (körperliches und seelisches Gleichgewicht kann man nicht trennen) ist. Kinder mit Lernproblemen sind meist nicht in der Lage, stressfrei Überkreuzbewegungen auszuführen. Auch eine stressfreie Augenbewegung ist Voraussetzung für das Lernen überhaupt und flüssiges Lesen. Je flexibler und lockerer die Bewegungen der Augen sind, desto mehr Gehirnareale können dadurch angesprochen werden.
Das Institut für Praktische Pädagogik München hat einen Fragenkatalog zur Schulreife eines Kindes ("Die Lernkompetenz eines Kindes") entwickelt, der für viele unsichere Eltern eine große Hilfe darstellen kann.Carola Heuschmid, Aalen
© Gmünder Tagespost 10.04.2007 00:00
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