Warum Friedensdemos?

Betrachtungen im Nachhinein zu den Friedensdemos zu Ostern:
Warum sollten wir heute für den Frieden demonstrieren, wir haben doch keinen Krieg? So könnte mancher Mitbürger sich vielleicht fragen und über die demonstrierenden Spinner der Kopf schütteln.
Die Zahl der großen Kriege ist zwar heute sehr gering, oder geht gegen Null, je nachdem, was man unter einem großen Krieg versteht. Aber Frieden ist nicht nur die Abwesenheit großer Kriege!
Das organisierte Morden geht weltweit weiter. Die täglichen Meldungen aus dem Irak sind das sichtbarste Beispiel dafür.
In Afghanistan verstärken wir zur Zeit unsere Beteiligung an einem sinnlosen, völkerrechtswidrigen und verbrecherischen Angriffskrieg. Vor den Küsten des Libanon helfen wir durch unsere Militärpräsenz, das Israel seine Vertreibungs- und Enteignungspolitik gegenüber den Palästinensern mit einem Deckmäntelchen der Legalität weiterführen kann.
Die brutale russische militärische Unterdrückung des Freiheitswillens der Tschetschenen wird von den europäischen Politikern stillschweigend akzeptiert.
Im Interesse unseres Wohlstands (vor allem wohl der Waffenhersteller) nehmen wir alle den Export europäischer Waffen in viele Regionen Afrikas, Lateinamerikas und Asiens billigend in Kauf. Blutdiamanten lassen grüßen.
Die Wahrheit ist, dass wir, die Menschen dieses Planeten, uns auch heute noch von den Herstellern und Verkäufern von Waffen, und deren willfährigen Politikern, in alle möglichen Metzeleien hineinmanipulieren lassen. Jeder der Aktien von Waffenherstellern besitzt, ist hier Mittäter.
Vielleicht liegen die Teilnehmer an Friedensdemonstrationen doch nicht so daneben?
Ingo Bild, Aalen
© Gmünder Tagespost 03.05.2007 00:00
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