"Aalen sollte sich dies leisten"

Zum Artikel „Neuorganisationspläne der Stadt - betreffend den Stadtjugendring Aalen“:
Dass der Stadtjugendring, wie laut Bericht in anderen Städten auch, bei der Stadt angesiedelt genauso gut seine Aufgabe wahrnehmen kann wie bisher, wird von den Mitgliedern des Jugendrings nicht so gesehen. Zudem wurde durch die Art und Weise wie dieses Ziel durchgesetzt werden soll, sehr viel Vertrauen aufs Spiel gesetzt.
Der Stadtjugendring (SJR) als Vertretung der in Vereinen bzw. Organisationen engagierten Jugendlichen, Schülervertretungen und der städtischen Jugendarbeit hat über Jahre gut gearbeitet und stellt ein gutes Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen dar. Der Jugendring als Dachverband steht also nicht parallel neben der Jugendarbeit der Stadt in den Stadtteilen bzw. im Haus der Jugend. Diese wichtige Plattform soll in der jetzigen Form nun zerschlagen werden.
Es kann rein zeitlich gesehen gar nicht sein, dass eine Tätigkeit, die bisher eine 60-Prozent-Arbeitsstelle ist, von einer in Vollzeit tätigen Person zusätzlich übernommen werden kann. Rechnerisch gesehen macht dies 160 Prozent, praktisch gesehen wird die Arbeit „abgeschafft“ und „eingespart“, oder es bleibt etwas anderes auf der Strecke. Wenn wir dies so an unsere jungen Leute weitergeben, brauchen wir uns nicht zu wunden, wenn viele vom Einsatz für unsere Gesellschaft - also von Politik - nichts mehr wissen wollen.
Ich finde, gerade die jungen Menschen, die sich in einem Verein, einer Organisation beispielsweise dem Roten Kreuz oder einer Schülervertretung, ehrenamtlich einsetzen, haben schon mal eine wichtige Aufgabe für und in unserer Gesellschaft übernommen. Dies fördert auch immer soziales Miteinander und Einsatz füreinander. Auch gibt es im Jugendbereich bestimmt immer wieder neue Themen und Schieflagen, die am besten unabhängig vertreten werden.
Dass der SJR bei der Stadt angesiedelt weiterhin unabhängig wäre, kann glauben, wer will. Jedem Berufstätigen ist bekannt, dass er seine Anstellung riskiert, wenn er nicht die Interessen seiner Firma vertritt.
Es geht um zweierlei: 60 Prozent einer Stelle sollen eingespart werden und dem Aalener Stadtjugendring soll seine Freiheit genommen werden.
Einer Stadt wie Aalen sollte diese unabhängige Jugendvertretung das Geld wert sein, welches dies kostet.
Agnes Mayerle, Aalen
© Gmünder Tagespost 03.05.2007 00:00
546 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.