Das Problem ist nur aufgeschoben

Zum Artikel „Das ist betriebswirtschaftlicher Selbstmord“ vom 27. Februar und zum Artikel über die Wiederbesetzung der Tannhausener Landarztstelle:
Seit vielen Jahren wird, fast wie am Fließband, ein neues Gesundheitsgesetz nach dem anderen produziert, unter der irrigen Annahme, die Kosten für die Gesundheit bezahlbar zu halten. Nicht erst seit dem Drama um die Wiederbesetzung der Landarztstelle in Tannhausen ist die Misere um den ärztlichen Nachwuchs bekannt.
Politik und Kassen scheinen erst seit Neustem dies wahrzunehmen. Es muss doch Landrat Klaus Pavel und der SPD-MdL Ulla Haußmann seltsam vorgekommen sein, dass ein deutlich über 60-jähriger Kollege (die Altersangabe im Zeitungsartikel ist um zehn Jahre zu niedrig) die Landarztstelle übernimmt und nicht junge, aus der Klinik stammende Kollegen. Ja wo bleiben die denn? Diese versorgen zum Beispiel in der Schweiz und Österreich verunfallte Skifahrer bei wesentlich besseren Arbeitsbedingungen!
Das Problem in Tannhausen ist nur um eine Handvoll Jahre aufgeschoben. Die Rahmenbedingungen für eine ärztliche Niederlassung sind katastrophal schlecht, dies gilt besonders für Hausärzte, aber auch schon für einzelne andere Facharztgruppen. Die Bürokratie spottet jeder Beschreibung, ebenso die Bezahlung. Weder die Politik noch die Kassen haben ihre Hausaufgaben gemacht. Dr. Guido Hegele, Heuchlingen
© Gmünder Tagespost 14.03.2008 03:14
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