„Mutiger Schritt eines Konservativen“

Zum Austritt von Max Ladenburger aus der CDU:
Mutig, Herr Ladenburger. Als erzkonservativer Christdemokrat einen solchen Schritt zu vollziehen, verdient aus meiner Sicht hohen Respekt und Anerkennung.
Mit dem Austritt aus Ihrer Partei setzen Sie für viele andere ein Zeichen der Hoffnung, dass es vielleicht auch anders geht. Millionen Bundesbürger sind mit der Art und Weise, wie man mit Ihnen umgeht, schon lange nicht mehr einverstanden. Deutlich sieht man dies bei Wahlen. Millionen gehen schon gar nicht mehr zur Wahl oder streichen den Wahlzettel komplett durch. Allein bei der Nordrhein-Westfalen-Wahl waren es über 100 000 ungültige Stimmen.
Jeden Tag erleben wir Schwachsinn und Unsinn aus der Politik. Wo unterscheiden sich unsere Volksparteien noch? Sie kochen doch alle gemeinsam ihr Süppchen. Sie schweben über uns und haben jegliche Bodenhaftung verloren. (Gott sei Dank gibt es noch ein paar wenige Ausnahmen.)
Und wie steht es um die Intelligenz unserer Politiker? Warum kann ein Finanzminister so urplötzlich Verteidigungsminister werden - oder umgekehrt? Stellen wir uns einmal vor, ein Bademeister wird über Nacht zum Zahnarzt. Gesetzlich in Deutschland schon gar nicht erlaubt. Oder ein Stabhochspringer wird plötzlich zum Marathonläufer. Kann das gut gehen? Aber scheinbar in den Ministerien alles möglich. Wo sind unsere Vorbilder in Politik, Wirtschaft, Rathäusern, Schulen und so weiter? Selbst in den Kirchen werden sie weniger. Ja, es „kocht“ im Volk, aber die, die von uns gewählt wurden, spüren scheinbar nichts davon. Deshalb, Herr Ladenburger, kann ihre Handlung Zeichen setzen und Mut machen.
Ein Sprichwort aus Fernost sagt: „Wer hochsteigen will, muss es gegen den Wind tun.“
Tibor Ozsvald, Aalen-Wasseralfingen
© Gmünder Tagespost 16.07.2010 03:16
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Kommentare

Die meisten Vorbilder sind schon vor Jahren gestorben. Die meisten Politiker sagen und tun was man heute politically correct nennt, wie sie Geld in ihre Taschen stecken koennen.

Charakter ist kaum noch zu finden, und die Masse ist zu faul und verbloedet selbst zu erforschen, was gut fuer sie ist. Sie lassen sich lieber was vormachen ala Obama.