Eine Schande

Zur Einstellung des Veranstaltungskalenders der Stadt Aalen
ein lieber Freund wurde in aller Stille zu Grabe getragen! Obwohl er in der ganzen Stadt bekannt, geschätzt und fast in jeder Wohnstube zu Hause war, hat die breite Öffentlichkeit von seinem raschen Ableben nichts erfahren. Jedermann kannte seinen Namen, der wohl etwas ungewöhnlich war. Er hieß "Vierteljahr Veranstaltungskalender". Seine Todesursache lag wohl in den Händen des städtischen "Streichorchesters". Da unsere Stadtoberen wegen der Kassenflaute an allen Ecken und Enden sparen, hat man unserem Freund nicht mal eine ihm gebührende Grabstätte zuerkannt. Sehr traurig, aber leider wahr, das liebe Geld hat schon vieles tot gemacht!
Nun zurück zu den Realitäten! Keine Veranstaltungskalender, keine Information. Der Bürger muss sich nun an vielen Stellen schlau machen, was so in Aalen geboten wird. Ist ihm dies aber zu beschwerlich, dann gehen doch automatisch die Besucherzahlen zurück. Weniger Besucher gleich weniger Geld in den Kassen! Da beißt sich doch die Katze in den Schwanz!
Vielleicht haben die umsichtigen Leute bei den vielen Agenda-Ausschüssen ein Patentrezept, wie man den lieben "Verstorbenen" wieder zum Leben erwecken kann. Apropos! Der letzte Kalender mit den vielen angekreuzten und auch besuchten Veranstaltungen hat bei uns noch immer sein "Plätzle". Das ist auch sicher bei vielen Bürgern unserer Stadt so gewesen. Wenn man sich so im Nachhinein seine Gedanken macht, dann muss man schon sagen, dass es doch eine "Kultur-Schande" ist, so eine wichtige Broschüre aus dem Verkehr zu ziehen. Kurt Graner, Aalen
© Gmünder Tagespost 05.11.2003 00:00
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