Leserbeitrag von

Zur Lesermeinung von Herrn Theiss vom 20.07.

Sehr geehrter Herr Theiss,

zu Ihrem Leserbrief vom 20.Juli nehmen wir wie folgt Stellung:

Zunächst möchten wir uns für die „wütende Belehrung“ entschuldigen. Sie entsprach sicher nicht den einschlägigen Regeln der Höflichkeit und hat in dieser Situation sicher nicht zur Konfliktlösung beigetragen. Nur war der beschriebene Radfahrer eben nicht der erste und einzige Radfahrer, der sich von der Absperrung unbeeindruckt zeigte. Die Zurufe der Helfer wurden zumeist ignoriert oder mit noch schnellerem in die Pedale treten beantwortet. In der geschilderten Situation lagen dann die Nerven der Verantwortlichen blank und diese haben ohne Zweifel überreagiert.

Die Reaktion der Radfahrer mit Aussagen wie „wir müssen hier durchfahren, denn dies ist schließlich ein offiziell ausgeschilderter Radweg“ oder „der Grund der Absperrung ist nicht ersichtlich, deshalb fahren wir durch“ und unsachliche, aufstachelnde Seitenhiebe wie „wir sind wenigstens umweltfreundlich und fahren mit dem Rad“ haben von Seiten der Radfahrer ebenso wenig zur Entschärfung der Situation beigetragen wie auch nur ein wenig Einsicht erkennen lassen.

Der Vorwurf, es wurden nicht alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen, ist absolut nicht zutreffend. Es stimmt, dass vor dem offiziellen Start nicht an allen Absperrbändern ein Sicherheitsposten stand und so vielleicht für „Durchreisende“ der Eindruck mangelhafter Absicherung entstand. Mit dem Aufbau der Strecke wurde gegen 10Uhr begonnen, da dies mehrere Stunden dauert. Als gegen 13:30Uhr das erste Fahrzeug auf die Strecke geschickt wurde, waren alle Einmündungen und Absperrungen mit den vorgeschriebenen Sicherheitsposten besetzt. Zudem waren die Absperrungen von den Wald- und Feldwegen zusätzlich mit einem roten Hinweisschild „Achtung! Motorsportveranstaltung“ gekennzeichnet.

Im übrigen wird darauf hingewiesen, dass die Absperrungen, das Aufstellen der Posten und die Beschilderung nicht willkürlich vom Veranstalter bestimmt wird, sondern als Bestandteil der verkehrsrechtlichen Genehmigung genau so zu erfolgen hat, wie es von der genehmigenden Behörde angeordnet wird.

Uns ist klar, dass unsere Veranstaltungen die übrigen Freizeitsportler in ihren Aktivitäten am Veranstaltungstag einschränken. Dies ist aber bei der Vielzahl der ausgewiesenen Rad- und Wanderwege nicht immer zu vermeiden.

Ist es denn so schlimm, einem örtlichen Verein mit fast 90-jähriger Tradition an einem Tag im Jahr so viel Verständnis entgegen zu bringen, dass er eine Veranstaltung durchführen kann?

Die Veranstaltung am 18.07. war übrigens eine Benefiz-Rallye zu Gunsten benachteiligter Kinder in der Region. Die Fahrer stellen ihre Fahrzeuge für Mitfahrten gegen eine Spende zur Verfügung. Auf diese Weise konnte in den vergangenen Jahren jedes Jahr fünfstellige Beträge z.B. an Behindertenheime und Kindergärten der Region übergeben werden. Ist da ein Tag der Rücksichtnahme zu viel verlangt?

Wir bitten Sie, Herr Theiss, nochmals um Nachsicht für die eskalierte Situation.

Wir haben bereits am Veranstaltungstag Verständnis, Verstand, und Lernfähigkeit bewiesen. Vielleicht treffen Sie ja einen der Radfahrer, der am Sonntagnachmittag von einem unserer Sicherheitsposten freundlich an der Absperrung gebeten worden ist, sein Rad am Straßenrand am Gefahrenbereich vorbei zu schieben und erst danach wieder aufzusteigen.

Bitte zeigen auch Sie Verständnis für unsere Veranstaltung, dann steht einem rücksichtvollen und respektablen Nebeneinander der verschiedenen Freizeitaktivitäten sicher nichts im Wege.

Wir als Veranstalter, aber ganz sicher auch die Kinder, die sich jedes Jahr über unsere Spende freuen, sind Ihnen hierfür sehr dankbar.

 

Verbunden mit der Hoffnung auf ein freundliches Miteinander grüßt Sie

 

Stefan Mack, Oberkochen

© 20.07.2010 12:43
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