Vom „Gutmenschen“ nichts mehr übrig

Zu: „Uli Hoeneß in Schwierigkeiten“:
Viele Leser können sich sicherlich auch noch gut daran erinnern, wie selbstherrlich, rechthaberisch und manchmal sogar hochgradig arrogant Uli Hoeneß in den letzten Jahren immer wieder einmal aufgetreten ist, sich selbst dabei aber stets als Wohltäter und soziales Gewissen verkauft hat.
In höchstem Maße peinlich ist es nun, wie das Image dieses selbst ernannten „Gutmenschen“ nun mit einem Schlag ins Unterirdische zu fallen droht. Bezeichnend und scheinheilig auch, dass Hoeneß die honorigen und sozialen Maßstäbe, die er anderen Menschen immer wieder abverlangt hat, offensichtlich so gar nicht für sich selbst gelten lassen will.
Namhafte Zeitungen sprechen von einem „unvorstellbaren Vermögen“ in Höhe von „mehreren Hundert Millionen“, welches Hoeneß in die Schweiz transferiert haben soll, um so offensichtlich Steuern zu sparen bzw. dem deutschen Fiskus zu hinterziehen.
In diesem Zusammenhang stellt sich mir eine grundsätzliche Frage. Woher stammt eigentlich dieses unvorstellbare Vermögen des Uli Hoeneß? Kann dies alles tatsächlich legal erarbeitetes Geld aus dem Betrieb einer mittelständischen Wurstfabrik bzw. seinen Ämtern beim FC Bayern München sein oder gibt es möglicherweise bisher noch unbekannte weitere Einnahmequellen in diesen Größenordnungen?
Hoeneß hatte bis zuletzt gehofft, dass seine politischen Freunde in Deutschland, die in Berlin derzeit die Bundesregierung stellen, das fadenscheinige Steuerabkommen mit der Schweiz unter Dach und Fach bringen und er – sowie viele andere Großverdiener in Deutschland – auf diese Art und Weise anonym bleiben und mit einer „Peanuts“-Zahlung den Steuerbetrug nachträglich legalisieren können. Der Bundesratsmehrheit aus SPD und Grünen sei Dank, dass dies verhindert werden konnte.
Wolfgang Jürgen Gerold,
Ellwangen-Röhlingen
© Gmünder Tagespost 25.04.2013 19:52
1464 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.