Seltsame Route durch Innenstadt

Zur Verkehrsführung zwischen Aalen und Wasseralfingen
In der Schwäbischen Post wurde über Testfahrten entlang der Nord-Süd-Verbindungen in Aalen berichtet mit dem Ergebnis, dass es über die Friedrichstraße am längsten dauert. Der Pressesprecher der Stadt Aalen, Herr Schwarzendorfer, wundert sich darüber überhaupt nicht - habe doch das Verkehrsaufkommen in der Friedrichstraße seit Eröffnung des Bahnhof-Tunnels um etwa 23 Prozent zugenommen. Der Leiter des Polizeireviers Aalen wünscht eine Änderung des Verhaltens der Verkehrsteilnehmer.
Solange die Baumaßnahmen in der Stuttgarter- und insbesondere der Bahnhofstraße nicht abgeschlossen sind, wird es wohl bei diesem Wunsch bleiben. Aber selbst dann erscheint es eher unwahrscheinlich, dass Verkehrsteilnehmer aus Wasseralfingen/Schäle/Schimmelberg, Hofen, Hüttlingen etc. erst einen Umweg über den Bahnhofstunnel fahren, um in die Innenstadt (Parkhäuser) zu gelangen.
Unabhängig davon stellt sich aber die Frage, wer sich die - um es zurückhaltend auszudrücken - merkwürdige Verkehrsführung von Wasseralfingen über die Bahnhofstraße kommend ausgedacht hat. Als Durchgang die Curfeßstraße mit dem zentralen Radweg, den anliegenden Schulen und somit zahlreichen Kindern und Jugendlichen als Verkehrsteilnehmer auszuweisen und stattdessen die vielen leerstehenden oder allenfalls gewerblich genutzten Häuser im Nördlichen Stadtgraben vor dem Straßenverkehr zu schützen, lässt schon auf ein gerüttelt Maß an Bürgerferne schließen.
Bei allem Verständnis dafür, die Gegend um Bahnhofstraße und Nördlichen Stadtgraben als Einkaufsgegend aufwerten zu wollen, meine ich, dass den Schülern und Radfahrern in der Aalener Curfeßstraße und den Anwohnern der Friedrichstraße mehr Schutz und Rücksicht gebührt, als möglichen Investoren, die meines Erachtens nicht einmal am entfernten Horizont zu erkennen sind.
Claudia Bolsinger, Aalen
© Gmünder Tagespost 03.01.2004 00:00
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