Übertragungswege Hepatitis C

Zum Gerichtsbericht „Passanten stoppen Drogenkarriere“:
Im Bericht ihres Redakteurs Wolfgang Fischer ist unter anderem zu lesen: „...Da der Mann, wie er selbst erzählte, an einer Sepsis und an Hepatitis C leidet, hätte er so schwere Krankheiten auf die anderen übertragen können....“
Zur Übertragung der Hepatitis C, die sich der Angeklagte vermutlich im Laufe seiner Drogenkarriere zugezogen hat, das Wesentliche:
Das Hepatitis-C-Virus wird durch infiziertes Blut übertragen und zwar über den Blutweg, das heißt, eine Ansteckung kann nur über Wunden oder offene, also verletzte Schleimhäute erfolgen. Das höchste Infektionsrisiko in Deutschland besteht heutzutage beim intravenösen Drogenkonsum. Mögliche Übertragungswege sind außerdem mangelnde Hygiene bei Tätowierungen, Piercing und operativ-diagnostischen Eingriffen. Fälle sexueller Übertragung beziehen sich hauptsächlich auf Männer, die HIV- und HCV-positiv, also Träger beider Viren sind und verletzungsträchtige Sexualpraktiken mit Männern ausüben. Grundsätzlich muss also Blut im Spiel sein. Bei Alltagskontakten (Küssen, Essen vom selben Teller, Trinken aus demselben Glas oder gemeinsames Spielen) kann man Hepatitis C nicht übertragen. Eine Schutzimpfung gegen die Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus gibt es nach wie vor nicht. Schuld daran ist die immense Veränderungsfähigkeit dieses Virus. Auch dieser Fall zeigt wieder, wie notwendig fachkundige Aufklärung über dieses Virus ist, zumal laut RKI (Robert-Koch-Institut) allein bei uns in Deutschland etwa 500 000 Menschen mit Hepatitis C infiziert sind.
Hermann Kuon
Leiter der Hepatitis- und Leber-Selbsthilfe Baden-Württemberg im Internet unter www.hepatitis-bw.de
© Gmünder Tagespost 27.12.2013 20:36
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