In der Altstadt fühlt man sich wohl

Zum „Boulevard Bahnhofstraße“:
Aalen ist wie Chicago, meine Geburtsstadt. Dort gehen die Menschen nicht auf State Street oder Michigan Avenue flanieren, sondern nach „Old Town“.
Sei man ehrlich: Die Leute mögen es alt, klein, schnuckelig. Die Neurowissenschaft weiß, warum: Große, glatte Wände langweilen das Hirn, Ecken und Unregelmäßigkeiten beleben es.
Die VR-Bank hat ihre Bahnhofsstraßenecke bereits verschandelt, noch ein Neubau im gleichen Stil wäre tödlich. Und überhaupt sind Bankenviertel keine Flaniermeilen. Menschen werden durch gute Fachgeschäfte und Gaststätten angezogen – die gibt es schon in der anheimelnden Innenstadt.
„Rennstrecke?“ Bah! Der Verkehr um Bahnhofstraße und Nördlichen Stadtgraben herum ist nicht unerheblich, aber rasen tut kaum einer. Tempo 20 wird den Verkehr verlangsamen, aber die Menschen nicht davon abhalten, von A nach B mit weniger Benzin zu kommen. Die allmorgendlichen Staus in der Ziegelstraße und Hegelstraße, die Enge der Friedrichstraße verleiten dazu.
Die Verkehrsführung in Aalen verlangt inzwischen viele Umwege und verwirrt Auswärtige total. Wenn man was gegen den Autoverkehr in der Innenstadt tun will, dann wäre ein durchdachter Verkehrsverbund für Kreis und Stadt, Stadtrat Schmids „heißes Eisen“, nützlicher als Kurzzeitparkplätze, die dauernd kontrolliert werden müssen.
Gisela und Dr. Paul Anderson, Aalen
© Gmünder Tagespost 27.01.2014 19:24
2094 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.