Reform ist unsozial

Zu "Gesundheitsreform - Keiner blickt mehr durch":
Die Überschrift "Keiner blickt mehr durch" spricht vielen aus dem Herzen. Eines ist jedoch klar: die Verlierer sind chronisch Kranke und Menschen mit wenig finanziellem Spielraum. Viele chronisch Kranke sind von der jetzt getroffenen Definition ausgeschlossen und werden von Zuzahlungen und Gebühren nicht entlastet. Patienten, die wenig Geld zur Verfügung haben, müssen im Krankheitsfall bei Lebensmitteln, Kultur und Teilhabe am öffentlichen Leben sparen. Deshalb ist diese Reform unsozial.
Die Einschätzung von Herrn Dr. Krombholz, dass vor allem Ulla Schmidt dafür verantwortlich sei, muss hinterfragt werden. Der Reform liegt ein parteiübergreifender Konsens zugrunde, bei dem auch die Interessen der Ärzte-Verbände und Pharma-Industrie, zulasten von Patienten und Qualität in der Gesundheitsversorgung erkennbar sind.
Auch die Gewerkschaften haben sich in die Auseinandersetzungen zur Gesundheitsreform eingeschaltet, zum Beispiel Herr Bsirske, auch wenn dies für Herrn Dr. Krombholz nicht nachvollziehbar ist. Immerhin vertritt er die Interessen vieler Versicherter und Beschäftigter, auch aus dem Gesundheitswesen, die aus der täglichen Arbeit - und aus eigener Erfahrung mit Krankheit wissen, was die Menschen brauchen und was nicht. Dass jetzt den Patienten und Versicherten vor allem in die Tasche gegriffen wird, was Dr. Krombholz durchaus verstehen kann, lehnen wir ab, denn es ist unsozial und bringt keine Qualitätsverbesserung für Patienten - und dies sollte doch im Mittelpunkt stehen. Unser Vorschlag wäre, gemeinsam für dieses Ziel einzutreten.Andreas Kapfer, Christa Klink,
Ver.di - Ortsverein Aalen
© Gmünder Tagespost 27.01.2004 00:00
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