WM-Patriotismus, USA und der Euro

Zum politischen Alltag nach der WM-Euphorie:
Noch immer beeindruckt uns die großartige Leistung unserer Kicker in Brasilien. Daran ändert auch der Gaucho-Tanz auf der Berliner Bühne nicht das geringste. Es war schön und begeisternd mitzuerleben, wie aus diesem Team-Sport heraus ein frischer, natürlicher Patriotismus aufblühte.
Doch nun ist wieder Alltags-Realismus angesagt: Wir werden gnadenlos von den Amerikanern, mit denen wir noch immer keinen Friedensvertrag haben, ausgespäht. Joachim Gauck, eigentlich ja ein Theologe (!), plädiert dafür, dass wir im Ernstfall noch mehr deutsche Soldaten ins Ausland schicken. Die Franzosen bangen um ihre Wirtschaft, wollen den Euro weiter schwächen und scheren sich wenig darum, was das für deutsche Sparer bedeutet. Und wöchentlich kommen Tausende bettelarmer Flüchtlinge aus aller Herren Länder zu uns in der Hoffnung, hier eine bessere Zukunft zu finden. Wie viel Zuwanderung aus welchen Motiven auch immer können und wollen wir uns noch leisten? Wer fragt uns, ob wir das so wollen? Wir brauchen wohl viel von der patriotischen Begeisterung, die während der WM aufkam, um uns als Staat und Volk in diesen so vielfältigen Herausforderungen zu behaupten.Richard Baumann, Ellwangen
© Gmünder Tagespost 17.07.2014 21:33
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