Wie ein beleidigtes Kleinkind

Zur geplanten 380-kV-Leitung:
Wie lange will die TransnetBW eigentlich dieses infantil anmutende Gehabe noch aufrecht erhalten? Seit fast 16 Monaten „klärt“ die TransnetBW nach eigener Darstellung nun schon die betroffene Bevölkerung über die Notwendigkeit der besagten Trasse zwischen Filstal und Ostalb auf. Das bislang gelieferte, alles andere als belastbare Datenmaterial, ist mehr als unzureichend. Die Bevölkerung fleht ihrerseits ebenfalls seit fast 16 Monaten sehnsüchtig nach einem Nachweis der angeblich zwingenden und vordringlichen energiewirtschaftlichen Erfordernis dieser Leitung (. . .). Stattdessen schiebt die TransentBW den Zeitpunkt der Leitungsfertigstellung Stück um Stück und Jahr für Jahr nach hinten, setzt letzten Endes das gesamte Planungsverfahren zu dieser Leitung Ende letzten Jahres per Pressemitteilung bis auf weiteres komplett aus. Den besorgten und nach Bedarfsnachweis dürstenden betroffenen Bürgern kommt das spanisch vor und die Bürgerinitiativen machen sich für die Erstellung eines belastbaren Gutachtens durch einen anerkannten Gutachter stark. Gemeinsam mit den Kreisen und Kommunen wird das Gutachten schließlich in Auftrag gegeben. Nun liegt das Ergebnis vor. Er zeigt eindeutig, dass diese Leitung für die nächsten 20 Jahre keine energiewirtschaftliche Begründung hat. Und wie reagiert unser Übertragungsnetzbetreiber, die TransnetBW, darauf? „Auch wenn wir diese Leitung in den nächsten Jahren nicht zu bauen gedenken, so ist das Gutachten dennoch kompletter Quatsch. Die Leitung ist nach wie vor zwingend erforderlich und wir wissen das eh besser. Nur sagen wir euch das nicht genauer und belegen wollen wir das schon mal gar nicht.“ Wie ein beleidigtes Kleinkind, das festgestellt hat, dass es jeden Abend dunkel wird, es aber nach wie vor nicht wahrhaben will. Lieber Herr Joswig und geschätzte TransnetBW-Mitarbeiter des Trassenprojekts: Seht den Tatsachen ins Gesicht und akzeptiert das Gutachten oder liefert endlich die Daten auf die wir seit 16 Monaten warten.Dr. Alexander Jung , Lorch
© Gmünder Tagespost 05.08.2014 21:38
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