Deutschland ist keine Insel

Zum Leserbrief „Wer profitiert von wem?“ vom 1. Dezember:
Arm an nachprüfbaren Argumenten und langweilig, wie dieser Leserbrief wieder die Einwanderung missbraucht, um rechte „Halbwahrheiten“ loszuwerden. Ich kann sie nicht mehr hören, die völlig ungesicherten, aus der Luft gegriffenen Thesen: Ausländer sind integrationsunwillig, Stadtteile unterwandert, Gewalt gegen Polizisten, Missbrauch an Sozialleistungen, Drogen, erhöhte Kriminalität, Banden, Mafia? Und wenn ich sie lesen muss, dann hab ich Mitleid und würde gerne spenden, damit der Herr mal eine anständige Zeitung bekommt, oder ein TV-Abo, anstelle der Micky-Mouse-Hefte, aus denen er sich offensichtlich informiert. Oder gibt's geheime Quellen, von denen wir alle nicht wissen, aus denen der „angestammte deutsche“ Herr Baumann sein Wissen speist, CIA, NSA, Stasi, oder das vermeintlich längst ausgestorbene RSHA etwa?
Man sollte mal ein anderes Bild aufzeigen: Deutschland ohne Zuwanderung. Herr Baumann 2040 in seinem Schrebergarten, dem man gelegentlich ein paar Brotkrumen rein schmeißt, weil die Rente ja wohl nicht weit reichen wird, bei der demografischen Entwicklung, wenn der erwerbstätigen Bevölkerung eine gleichhohe Zahl an Rentnern gegenüber steht. Sorgen und Probleme hinsichtlich der Einwanderung muss man ernst nehmen, die Stimmung aber nicht mit ausländerfeindlichen Thesen anheizen. Denn Deutschland ist keine Insel, Ellwangen kein Schrebergarten. Wir sind ein Einwanderungsland und müssen uns öffnen.Josef Lehmann, Ellwangen
© Gmünder Tagespost 01.12.2014 22:08
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