Solidarische Gemeinschaft?

Zu Forderungen nach höheren Krankenkassenbeiträgen für Rentner:
Im Zusammenhang mit dem Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung wurde das Sozialgesetzbuch geändert. In der Begründung wird aufgeführt, dass nur noch zirka 43 Prozent der Leistungsaufwendungen für Rentner durch eigene Beiträge gedeckt werden und es deshalb ein Gebot der Solidarität der Rentner sei, sich durch höhere Beiträge zu beteiligen.
Hier wurde gegen den Grundsatz der Solidargemeinschaft bei den gesetzlichen Krankenkassen verstoßen. So wie bei den Rentnern gibt es noch andere Mitglieder, deren Beiträge nicht die Leistungsaufwendungen decken. Logisch wäre, auch hier Zuschläge zu verlangen. Rentner haben während ihrer aktiven Berufstätigkeit Beiträge bezahlt, die im Normalfall höher waren als die von ihnen in Anspruch genommenen Leistungen. Berufs- oder Mitgliedsgruppen zu ermitteln, deren Beitragsaufkommen den Leistungsaufwendungen nicht entsprechen, widerspricht dem Prinzip der gesetzlichen Krankenkassen. Damit wird die Solidargemeinschaft aufgehoben und somit die gesetzlichen Krankenkassen in Frage gestellt.Werner Ehrlein, Aalen
© Gmünder Tagespost 24.02.2004 00:00
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