Erlebnisse mit Radfahrern

Erlebnisse einer Autofahrerin in einer Dezemberwoche zwischen 7 und 8 Uhr: Montag, 7.20 Uhr: Ich fahre mit ca. 40 km/h auf der B 298 von Mutlangen nach Schwäbisch Gmünd. Trübes diesiges, ja fast schon nebliges Wetter. Wie jeden Morgen herrscht reger Verkehr. Die Ampel springt bei der Abzweigung Mutlangen auf Rot. Wir halten alle an. Es wird Grün, da wie ein Schatten rast ein Fahrradfahrer noch über die Kreuzung, seine Ampel muss bereits Rot angezeigt ha ben. Ohne Licht, ohne Warnweste, dunkel gekleidet natürlich ohne Helm – er oder sie, dies ist nicht zu erkennen, fährt wie ein Irrer tief gebückt mit mindestens 5o km/h die Straße hinunter. Bremsen darf er nicht, denn es ist nass und es hat Laub auf der Straße. An der Abzweigung Rehnenhof kann ein Autofahrer gerade noch anhalten. Er hat diesen Kamikaze hundertprozentig nicht gesehen. Ich atme auf, ich sehe ihn wieder an der Pfitzerkreuzung. (. . .) Die Ampel steht auf Rot, er fährt einfach weiter. Vielleicht sollten Fahrradfahrer auch mal die Verkehrsregeln lernen, bzw. mehr kontrolliert und ihnen das Fahrrad mal vier Wochen entzogen werden
Dienstag, 7.15 Uhr: Heute ist das Wetter noch schlechter als gestern. Es regnet. Es sind heute sehr viele Autos unterwegs. Bereits im Leintal auf der B 298 ist bei diesem miesen Wetter ein hochmotivierter Radfahrer mit seinem Rennrad unterwegs. Immerhin er hat eine Warnweste und ein Minilicht am Helm. Wir Autofahrer sind ja schon dafür so dankbar, aber bei diesem miesen Wetter ist auch er sehr schlecht zu sehen. Ich stehe bereits im Stau ab der Abzweigung Stauferklinik. Im Schritttempo geht es Richtung Schwäbisch Gmünd. Kurz vor der S-Kurve, wie aus dem Nichts eine Radfahrerin (es ist ein älteres Damenrad) natürlich ohne Licht und Warnweste, dafür mit Pudelmütze (ohne Helm)an der Autoschlange vorbei, sollte sich ein Autofahrer nicht ganz rechts eingeordnet haben, geht sie mal ebenso auf die entgegenkommende Fahrbahn. Ich überlege mir ob sie eine Selbstmörderin ist. Ein entgegenkommender Autofahrer hat keine Chance sie zu sehen, denn Kurven werden möglichst eng genommen. Bei Gatter und Schüle dauert es ihr zu lange, bis die Gegenfahrbahn frei wird. Sie müsste glatt in der Schlange hinter einem Auto herfahren. Sie geht auf die andere Fahrbahn, obwohl ein Lkw entgegenkommt. An der Pfitzerkreuzung sehe ich sie wieder. Sie steht mit ihrem Fahrrad an der Fußgängerampel und wartet, dass die Ampel auf Grün springt. Es ist tatsächlich eine ältere Dame. Anscheinend hat sie ihre Absicht geändert sich umzubringen. Liebe Radfahrer, ich könnte hier ein Endlosbuch über so manchen leichtsinnigen Radfahrer nur von meiner morgendlichen Fahrt ins Büro schreiben. Dies ist nicht meine Absicht. Ich möchte euch sensibilisieren und aufrütteln. Auch ich fahre Fahrrad. Wenn ihr schon meint, ihr müsst um diese Jahreszeit frühmorgens Radfahren, zieht euch doch bitte eine Warnweste an und fahrt nicht ohne Licht und vielleicht könntet ihr euch an die Verkehrsregeln, die im Übrigen für alle Verkehrsteilnehmer gelten, halten. Es würde die Sicherheit für alle ungemein erhöhen.
Astrid Lakner, Durlangen
© Gmünder Tagespost 04.12.2014 20:54
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