Eigenmarken – Modehäuser und Kunden profitieren davon

  • Bildrechte: Flickr H&M Antonio Rubio CC BY
Die meisten Konsumenten sind recht markenorientiert und haben in diesem Bereich auch die eine oder andere Vorliebe entwickelt. Dies lässt sich schnell am Beispiel der Lebensmittelbranche festmachen. Schmeckt einem ein bestimmtes Produkt besonders gut, wird es häufiger gekauft, auch wenn es aufgrund des Markennamens mehr kostet. Dennoch tendieren die meisten Käufer dazu, zumindest für den Grundstock an Lebensmitteln die jeweiligen Eigenmarken der Discounter und Lebensmittelmärkte zu kaufen.

Viele No-Name-Produkte sind den Markenlebensmitteln qualitativ ebenbürtig, schmecken besser oder sind gar mit den Markenwaren identisch und haben lediglich eine neue Verpackung erhalten. Und was man zu Hause isst, sehen kaum andere Leute. Beim Kauf von Grundnahrungsmittel beeinflussen Prestigefaktor und Geltungsdrang die Menschen also weniger, als beim Kauf von nach außen sichtbaren Statussymbolen. Schaut man sich beispielsweise in der Mode- und Kleidungsbranche um, so greifen dort weniger Leute zu No-Name-Produkten. Insbesondere, da selbige mit dem Ruf zu kämpfen haben, mindere Qualität zu bieten. Zu Unrecht, denn bis auf einen populären großen Schriftzug bieten viele Markenklamotten kaum bessere Qualität als die No-Name-Ware, wie ein RTL-Qualitätstest herausbrachte.

Akzeptanz von Eigenmarken steigt – Preis und Qualität überzeugen

Inzwischen messen viele Nutzer und Konsumenten Markenware nicht unbedingt eine höhere Qualität zu. Diese Einstellung ist dabei sich zu wandeln und es werden feinere Abstufungen gemacht. Eigenmarken können je nach Modehaus genauso schick und hochwertig sein wie bekannte Namen. Die Modekette C&A zum Beispiel hat neben der Eigenmarke CANDA für Basics eine fast schon eigenständige und sehr hochwertige Linie mit dem Namen Angelo Litrico aufgebaut. Die Designerlinie umfasst dabei Herrenmode aus jeder Richtung. Im Modehaus P&C, wird gerade eine Kollektion für jüngeres, modebewusstes, weibliches Publikum mit dem Namen „Holy“ auf den Markt gebracht. Unterdessen wird die Hausmarke „Review“, die durch Urban Wear geprägt ist, mit Modeschmuck ergänzt. Die Eigenmarken bieten den Waren- und Modehäusern den Vorteil, zu jedem Zeitpunkt der Wertschöpfungskette die Kontrolle zu haben. So entsteht ein hochwertiges Produkt, das durch entsprechend hohe Abnahme entsprechend preiswert angeboten werden kann. Der Konsument hat ein gutes Preis- Leistungs-Verhältnis und der Händler eine bessere Marge als bei dem Weiterberkauf von Fremdware. Dabei grenzen viele sich allerdings deutlich von Discountern wie „KIK“ oder „Primark" ab, die zwar günstig sind, aber minderwertige und unter schlechten Bedingungen produzierte Kleidung anbieten. Die Verbraucher akzeptieren zwar inzwischen immer stärker No-Name-Produkte, aber die Qualität sollte dabei weiterhin stimmen. 


Bildrechte: Flickr Antonio Rubi CC BY 2.0

© Gmünder Tagespost 09.12.2014 08:13
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.