Nordtrasse hätte klare Vorteile

Zur Infoveranstaltung „B 29“:
Wer bei der Bürgerversammlung in Neresheim eine Darstellung und Bewertung der Faktenlage durch die Straßenplaner des Ostalbkreises erwartet hatte, konnte feststellen, dass es Marketingprofi Pavel ohne Beteiligung der Fachingenieure vortrefflich gelang, ohne auf die Machbarkeitsstudien einzugehen, den Abend in eine Verkaufsveranstaltung „Pro Südtrasse“ umzufunktionieren.
Keine Stellungnahme zu den klaren Vorteilen der Nordtrasse gegenüber einer Südvariante: Dass nämlich eine Nordtrasse deutlich kürzer, dadurch Neubau- und Unterhaltskosten geringer, die Wetter- und Wintertauglichkeit besser und keine Durchschneidung zusammenhängender Waldgebiete notwendig wäre, auf zwei Eisenbahnquerungen und auf eine vier Kilometer lange Anstiegsrampe aufs Härtsfeld (Höhendifferenz 200m) verzichtet werden könnte, die Anzahl von Brücken- und Dammbauwerken im topographisch ebenen Gelände begrenzt, der Lärmschutz beherrschbar und aufwändige Anschlussstellen ans regionale Verkehrsnetz (Röttingen, Pflaumloch, Bopfingen ) nicht nötig wären, die Industriegebiete Nördlingen, Kerkingen und Neunheim direkt an einer Nordtrasse liegen.
Dass die Realisierung einer Südvariante wegen des Naturschutzes nahezu unmöglich ist, wurde komplett verschwiegen. Die Südtrasse führt fast vollständig durch Wasserschutz-, Naturschutz- und FFH-Gebiete. Stattdessen bekamen die B-466-Anrainer eine Beruhigungspille verabreicht: Wenn Nördlingen keine Südumgehung bekomme, entstehe kein Einfallstor Richtung Neresheim. Eine nördliche Sammelverkehrsachse, beginnend bei Wallerstein bis zum Autobahnanschluss Ellwangen parallel zur B29, bedeutet die größte Verkehrsentlastung aller Anrainer östlich der A7 und eine logische Weiterführung über die Nordumfahrung Nördlingens hinaus.
Zur Erinnerung: Wegen des erhöhten Verkehrsaufkommens nach Sperrung der Ortsdurchfahrt Dinkelsbühl, veranlasste der Ostalbkreis seinerseits Korridorsperrungen, da die Verkehre einen Weg zur A7 suchen und zwar nordwärts über die B25. Da kann man jetzt nur auf die Fachkompetenz in Land und Bund hoffen. Hermann Scherer, Neresheim
© Gmünder Tagespost 22.12.2014 21:52
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