Hier schreibt der KC Schwabsberg 1953 e.V.

Am Ende fehlte Schwabsberg die zweite Luft

  • LiBi efa: Der Mann des Tages: Boris Benedik (r.i.B.) mit seinem Landsmann Uros Stoklas. Der Mazedonier in Diensten des alten und neuen Deutschen Meisters SKV RW Zerbst 1999 verzauberte im Spitzenspiel der 1. Liga mit der Weltklasseleistung von 681 Kegeln die Zuschauer im Schwabsberger Kegelcenter.

Kegeln, 1. Bundesliga Männer:

Schwabsberg vs. Zerbst - das Spitzenspiel das hielt, was es versprach

Das Spitzenspiel der 1. Kegler-Bundesliga zwischen dem Tabellenführer und neuen Deutschen Meister Rot-Weiß Zerbst 1999 und seinem bis dato hartnäckigsten Verfolger hielt was es versprach. Schwabsberg und Zerbst lieferten sich eine überaus packende Partie, bei der auch mit erstklassigen Ergebnissen nicht gerade gegeizt wurde.

Die Ostwürttemberger lagen nach zwei Spieldritteln mit 3 : 1 Mannschaftspunkten und 10 Kegeln in Front. Dann allerdings ging ihnen im Schlussdrittel etwas zu früh die Luft aus, so dass der Meister am Ende doch noch zu einem verdienten 5 : 3 Erfolg kam und erneut die beiden Punkte mit nach Sachsen Anhalt nehmen konnte. Ein Trost bleibt dem frechen Emporkömmling von der Ostalb dennoch, man war erneut ganz nah dran an einer faustdicken Überraschung.
Mit 3767 : 3637 Kegeln erzielten die Sachsen-Anhaltiner neuen Bahnrekord im KC- Kegelcenter. Dem nicht genug schraubte der Zerbster Boris Benedik mit der Weltklasseleistung von 681 Kegeln auch den bestehenden Einzelbahnrekord noch einmal deutlich nach oben.

Eine Begegnung mit hohem Unterhaltungswert, das war es was sich die Zuschauer vom Gipfeltreffen der beiden führenden Mannschaften der Liga erwarteten und sie wurden keineswegs enttäuscht, von dem was serviert wurde. Ein besonderer Gaumenschmaus. Die Komponenten: hochwertige, lokale Zutaten sowie eine exzellente, bodenständige Küche im Wettstreit mit der ‚Haute Cuisine‘. Das Ergebnis: einfach überwältigend.
Trotz Niederlage können Schwabsbergs Kegler zuversichtlich in die abschließenden beiden Begegnungen gegen Zwickau und zuhause gegen Victoria Bamberg gehen. Hat man doch der Top-Mannschaft der Liga erneut die Stirn geboten, auch wenn am Ende wie immer Zerbst die Nase vorn hatte. Vielleicht wäre für die Gastgeber auch mehr drin gewesen, hätte man nicht mit Timo Hehl auf einen ganz wichtigen Leistungsträger verzichten müssen. Das indes bleibt jedoch Spekulation, weil man eben nicht weiß, was letztlich gewesen wäre. Sicher ist, dass der Deutsche Meister den längeren Atem hatte und die Partie am Ende verdient nach Hause gebracht hat.
Ein Nasenstüber, der den frechen Herausforderer von der Ostalb im Hinblick auf das angestrebte Saisonziel eher anspornt als zurückwirft. Denn noch hält man da das Heft des Handelns selbst in Händen, auch wenn man nach dieser Niederlage von der Victoria aus Bamberg zunächst vom zweiten Tabellenplatz verdrängt wurde. Das letzte Wort dürfte in dieser Angelegenheit allerdings noch nicht gesprochen sein.

Ein starker Auftakt der Gäste
Reiner Buschow und Mathias Dirnberger bekamen in der Startpaarung mit den Zerbstern Marcus Gerdau und Mathias Weber, dem wohl stärksten Doppel der Liga, absolut schwer verdauliche Kost vorgesetzt.
Schwabsbergs Kapitän Reiner Buschow fehlte im Räumen etwas die Fortune, um mit dem in glänzender Spiellaune befindlichen Zerbster Gerdau mithalten zu können. Absolut beeindruckend, zentrierte der mit der Präzession eines Schweizer Uhrwerks Wurf um Wurf in die rechte Gasse und zog unaufhaltsam auf und davon. Bei herausragenden 666 : 596 Kegeln blieb für ihn der Totalisator stehen. Ein hochverdienter Punkt für die Gäste.
Ein klasse Match lieferten sich Mathias Dirnberger und sein Namensvetter Mathias Weber. Mit der Beharrlichkeit eines Terriers verbiss sich Dirnberger in seinen Gegenspieler. Ohne nennenswerte Angriffspunkte zu bieten verbuchte er, wie auch sein Zerbster Nationalmannschaftskollege, zwei Gewinnsätze zu seinen Gunsten, hatte aber mit hervorragenden 632 : 615 Kegeln am Schluss, bei der Punktevergabe, die Nase vorn.
Zwischenstand erstes Spieldrittel:
1 : 1 Mannschaftspunkte bei 1228 : 1281 Kegeln für den SKV RW Zerbst 1999.

Galavorstellung der Hausherren
Mit Uros Stoklas und Thomas Schneider trafen es Ronald Endrass und Fabian Seitz im Mitteldrittel der Partie kaum besser. Ronny Endrass nutzte geschickt seine Chance gegen den Zerbster, als sich der auf den ersten beiden Bahnen etwas indisponiert präsentierte. Dann zeigte der mazedonischen Weltklassekegler allerdings sein wahres Können und legte hervorragende 336 Kegel nach. Davon unbeeindruckt agierte der Schwabsberger aber weiterhin fehlerlos und konterte auf der Schlussbahn sogar noch den vehementen Ansturm des Zerbsters (172 Kegel) mit einer 170’iger Bahn. Knapp aber nicht unverdient, verbuchte er so bei Punktegleichstand mit hervorragenden 627 : 624 Kegeln den zweiten Mannschaftspunkt für sein Team.
Fabian Seitz, diesmal mit ungewohnter Aufgabenstellung in der Mittelpaarung, zeigte allein durch seine Körpersprache, dass er sich für diese Begegnung einiges vorgenommen hatte. Treffsicherheit und Dynamik waren die Attribute mit denen er vor den kritischen Augen von Cheftrainer Günther Doleschel und Nationaltrainer Timo Hoffmann, wie zuvor schon Mathias Dirnberger, mit stets brandgefährlichen Würfen Werbung in eigener Sache betrieb. Mit 344 : 288 Kegeln konnte er gegen Thomas Schneider vom Start weg verlorenen Boden wieder gut machen. Als bester Schwabsberger beendete er sein Match mit herausragenden 652 : 592 Kegeln und brachte den KC vor dem alles entscheidenden Schlussdrittel in Front.
Zwischenstand zweites Spieldrittel:
3 : 1 Mannschaftspunkte bei 2507 : 2497 Kegeln für den KC Schwabsberg.

Zum Dessert eine Weltklasseleistung
Die Entscheidung zu Gunsten des Meisters fiel früh. Einerseits, weil Alexander Stephan (545 Kegel) gegen Zerbst‘s Kapitän Timo Hoffmann einen
rabenschwarzen Tag erwischte. Der Zerbster kam seinerseits zwar auch nicht so richtig auf Touren, brachte aber seinen Punkt mit ordentlichen 589 Kegeln sicher nach Hause.
Und dann war da ja auch noch sein Doppelpartner Boris Benedik. Gegen den hatte der Schwabsberger Damir Cekovic einen sehr schweren Stand. Trotz ordentlicher 585 Kegel hatte er allergrößte Mühe, um gerade noch der absoluten Höchststrafe zu entgehen. Der Mazedonier in Diensten des Meisters bot über alle vier Bahnen eine durch und durch überzeugende Leistung. Fehlerlos mit exzellentem Spiel in die Vollen und einem überragenden Räumspiel zauberte er mit 681 Kegeln (178-172-168-163 – 422V/259R) ein durch und durch bemerkenswertes Ergebnis auf die Bahn. Allein diese Leistung, der unumwunden das Prädikat: Weltklasse zukommt, mitzuerleben war den Besuch wert. Chapeau Boris Benedik.
Endstand: 3 : 5 Gesamtpunkte bei 3637 : 3767 Kegeln für den SKV RW Zerbst 1999.


Stimmen zum Spiel – Kapitän Reiner Buschow:
„Die Rot-Weißen haben heute erneut nachhaltig unter Beweis gestellt, dass sie die mit Abstand am schwersten zu spielende Mannschaft dieser Liga sind. Fehler werden von diesem kompakt stehenden Gegner nicht verziehen. Wir waren zwar wieder dran, am Ende hat es aber erneut nicht gereicht. Für uns Ansporn genug, es in der kommenden Saison erneut zu probieren.
Jetzt müssen wir uns aber voll und ganz auf die beiden noch ausstehenden Begegnungen konzentrieren, um unsere bislang tolle Saison zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen.“

 

Blickpunkt Bundesliga – 16. Spieltag

KC Schwabsberg - SKV Rot Weiß Zerbst 1999 3,0 : 5,0
SKK-FEB Amberg - TSV 90 Zwickau 5,0 : 3,0
SKC Staffelstein - SKC Nibelungen Lorsch 7,0 : 1,0
SKC Blau Weiß Peiting - SKC Victoria Bamberg 1,0 : 7,0
EKC Lonsee - Aufw. Donauperle Straubing 2,0 : 6,0

1 SKV RW Zerbst 1999 16 104,0 : 24,0 30 : 2
2 SKC Victoria Bamberg 16 86,0 : 42,0 23 : 9
3 KC Schwabsberg 16 76,0 : 52,0 22 : 10
4 SKC Nibelungen Lorsch 16 73,0 : 55,0 21 : 11
5 SKK-FEB Amberg 16 69,0 : 59,0 18 : 14
6 SKC Staffelstein 16 70,0 : 58,0 17 : 15
7 Donauperle Straubing 16 58,0 : 70,0 14 : 18
8 TSV 90 Zwickau 16 48,0 : 80,0 8 : 24
9 SKC Blau Weiß Peiting 16 37,0 : 91,0 6 : 26
10 EKC Lonsee 16 19,0 : 109,0 1 : 31

KC Schwabsberg 3 : 5 SKV Rot Weiß Zerbst 1999
Name Kegel SaP MaP MaP SaP Kegel Name
Reiner Buschow 596 0 1,0 4 666 Marcus Gerdau
Mathias Dirnberger 632 2 1,0 2 615 Mathias Weber
Ronald Endraß 627 2 1,0 2 624 Uros Stoklas
Fabian Seitz 652 4 1,0 0 592 Thomas Schneider
Alexander Stephan 545 1 1,0 3 589 Timo Hoffmann
Damir Cekovic 585 0 1,0 4 681 Boris Benedik
Gesamt: 3637 9,0 2,0 15,0 3767 Gesamt:

© KC Schwabsberg 1953 e.V. 03.03.2015 11:25
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