Der Bürger wird abkassiert

Zum SchwäPo-Artikel über die Steuerkraft Aalens:
Meine Frau gehört zu dem Personenkreis, der Anspruch auf eine bescheidene Rente aus dem Ausland hat. Die ausländische Versicherung zahlt nur gegen eine aktuelle Lebensbescheinigung. Diese, ein von der Versicherung angefertigtes Formblatt, wird mit Stempel und Unterschrift von der zuständigen Stadtverwaltung bescheinigt. Der Verwaltungsvorgang von ca. einer Minute war in den vergangenen Jahren kostenlos. Im Januar 2015 wurde allerdings für diesen Vorgang eine Gebühr von 8 Euro verlangt. Bei der aktuellen Rente von 50 Euro eine Rentenschmälerung von 16 Prozent. Für die 8 Euro wurde eine Quittung erstellt, mit einem Zeitaufwand, der deutlich größer war als der erwähnte Stempel mit Unterschrift.
Da mir für diesen unsozialen, bürokratischen Aufwand das Verständnis fehlt, habe ich Herrn OB Rentschler in einem Schreiben vom 19.1. auf diesen Vorgang hingewiesen. Natürlich in der Hoffnung auf eine Korrektur einer in Wirkung nicht bedachten Verwaltungsmaßnahme. Obwohl ich noch zusätzlich per Mail Herrn OB darauf hingewiesen habe, dass aufgrund meiner Recherchen in Schwäbisch Gmünd, Karlsruhe und Neu Anspach (Hessen) diese Leistung gebührenfrei ist, gab es von Herrn OB Rentschler oder Stadtverwaltung keine Stellungnahme. Es drängt sich der Verdacht auf, dass man bevorzugt dort abkassiert, wo der Bürger kaum Ausweichmöglichkeit hat, zum Beispiel auch bei der Erdbestattung. In Aalen 1253 Euro, in Schwäbisch Gmünd 723 Euro (SchwäPo, 14.2.’15). Wer hat in tiefer Trauer noch die Kraft, nach kostengünstigerer Alternative zu suchen? Eine wahrlich soziale Verhaltensweise der Stadtverwaltung.
Herbert Fischer
Aalen-Wasseralfingen

Beim gestrigen Abdruck des Leserbriefes ist uns ein Fehler unterlaufen, wir bitten um Entschuldigung.
© Gmünder Tagespost 03.03.2015 21:12
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