Kampf für Respekt und Fairness

Der DGB Kundgebung zum 1. Mai lockte viele in den Prediger
  • Eine menschlichere Arbeitswelt – das ist es, was Gewerkschafter Peter Yay-Müller in seiner Rede forderte. Die Maikundgebung wurde in den Prediger verlegt, nachdem es den ganzen Morgen geregnet hatte. (Foto: Tom)
Manchmal ist Spontanität gefragt. Beispielsweise dann, wenn das Wetter nicht mitspielt. Die Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) wurde am Freitagmorgen, 1. Mai, kurzerhand in den Prediger verlegt.Schwäbisch Gmünd. „Die Arbeit der Zukunft gestalten wir“ – das war das Motto des Tages. Und das zog sich nahezu durch alle Redebeiträge. Auch Peter Yay-Müller, Gewerkschaftsvorsitzender, griff das Motto auf. Er forderte auf, die Gewinne auf allen Schultern zu verteilen. Außerdem setzte er sich für den Mindestlohn ein. Er wies auf die langjährige Tradition des gewerkschaftlichen Kampftages, dem 1. Mai, hin. Es sei eine globalen Bewegung für Fairness, Respekt und Gerechtigkeit. Er mahnte an, dass es an Solidarität fehle. Es sei auch die Pflicht der außertariflich Beschäftigten, sich für ihre Rechte einzusetzen. Die Forderung nach Flexibilität sei nichts anderes, als die Unterordnung unter die betrieblichen Erfordernisse. So seien die Gewerkschaften gehalten, auch Pracht und Blüte der Wirtschaft zu hinterfragen. Es sei eine der Aufgaben, Alternativen zu entwickeln, um die Arbeitsbedingungen sozialverträglich zu gestalten. So sei es ein zentrales gewerkschaftliches Ziel, eine neue Ära von Vereinbarkeit zwischen subjektiven Lebenslagen und betrieblichen Notwendigkeiten zu verwirklichen. Hauptaufgabe sei es, die Arbeitswelt menschlicher zu gestalten.
Peter Yay-Müller hielt ein Lob für Gmünds Oberbürgermeister Arnold bereit, unter dem man eine Aufwertung der Gewerkschaftsarbeit erfahren habe. Er warb um Solidarität in der aktuellen Tarifauseinandersetzung. In der aktuellen Sache gehe es um die Bezahlung der Arbeit im Sozial- und Erziehungsdienst. Ver.di werde bis zum 5. Mai in einer Urabstimmung über ein Arbeitskampf entscheiden, für den der DGB um Verständnis werbe, weil man kein anderes Mittel als die Arbeitsniederlegung habe, so Yay-Müller. Auch die Beschäftigen im Kfz-Handwerk stünden vor einer harten Tarifrunde. Es sei traurig für Gmünd, dass nur drei Gmünder Betriebe in der Tarifgemeinschaft mit der IG Metall um einen Kompromiss ringen würden. Peter Yay-Müller bezog auch klar Stellung zu der Kritik am Mindestlohn, die häufig seitens der Arbeitgeberlobby geäußert werde. 8,50 Euro sei das absolute Minimum. Immer wieder bekam der DGB-Vorsitzende für seine Ausführungen starken Beifall. Nach seiner Rede legte Tobias Bruns, Gewerkschafter und federführender Mitorganisator des Bündnisses der Ostalb gegen TTiP, die aktuelle Erkenntnisse zu dem geplanten Freihandelsabkommen dar. Karin Hägele, Vertreterin des Betriebsrates der Service GmbH des Stauferklinikums, ging dann auf die dortige Tarifsituation ein. Im Anschluss sorgten die Bandmitglieder von Campfire mit Irish Rock für Unterhaltung.
© Gmünder Tagespost 01.05.2015 15:21
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