Welt verkehrt herum

Zu den Streiks der Lokführer:
Wie oft ist die Rede davon, etwas Verkehr von der verstopften Straße auf die Schiene zu bringen. Anstatt mit der Bahn aufs Stuttgarter Frühlingsfest zu fahren, muss ich das Auto nehmen. Anstatt mit der Bahn auf den Münchner Flughafen zu fahren, die Bahnfahrt zahlt der Reiseveranstalter, muss ich mit dem Auto fahren und erzeuge Treibhausgas und muss noch nen teuren Parkplatz zahlen. Selbst wenn ich da jetzt hinkomme, komme ich in zwei Wochen wieder zurück? Die andere Gewerkschaft scharrt auch schon mit den Hufen. Und wer sieben Mal streikt, der streikt auch noch ein achtes Mal. Diese zwei Fahrten sind nicht die einzigen bei mir, welche mangels Zuverlässigkeit leider mit dem Auto stattfinden. Wie viele Industriekunden disponieren wieder langfristig auf Lkw um, weil sie Zuverlässigkeit brauchen? Alles zum „Wohle“ der Umwelt. Und zum „Wohle“ aller, die unter dem Verkehr leiden müssen. Schon jetzt ist sichtbar, dass viele Bahnkunden lieber Fernbus fahren. Ist ja auch billiger. Langfristig schaden sich die Streikenden selbst, die Bahn schrumpft zwangsweise mit jedem neuen Streik. Die Lösungen müssen anders erreicht werden. Natürlich müssen Veränderungen im Tarifgefüge stattfinden, nichts hält ewig, nicht alles ist gerecht. Aber bitte nicht so. Machtkampf zwischen Bahn und zwei Gewerkschaften auf dem Rücken der Bürger. Gert Herzog, Bopfingen
© Gmünder Tagespost 01.05.2015 20:29
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