Kevin Henkel wird Deutscher Meister der Männer im Freistil | Novum in der Geschichte des TSV Dewangen

  • Kevin Henkel: Der Moment des Sieges
  • Siegerehrung Gewichtsklasse bis 65 kg

Mit dem historisch gesehen ersten Deutschen Meistertitel bei den Männern sind die Deutschen Meisterschaften der Freistilringer in Tuttlingen (Ausrichter: ASV Nendingen) zu Ende gegangen.

Was sich viele erhofft hatten, ist dann auch eingetreten. Kevin Henkel holte in souveräner Manier den Titel in der Gewichtsklasse bis 65 kg, nachdem ihn bereits im Vorfeld der Titelkämpfe Bundestrainer Sven Thiele als seinen Favoriten in dieser Gewichtsklasse ausgemacht hatte. Zitat auf der Homepage des Deutschen Ringerbundes: "Für Henkel war es der erste Titelgewinn bei den Männern, den Bundestrainer Sven Thiele wohl schon etwas vorausgesehen hat; „... Kevin hat einen großen Leistungssprung gemacht“.

Eine Klasseleistung also des jungen KG-Ringers, der zwischenzeitlich in der Mannschaftsrunde aufgrund seines Leistungsvermögens zwar in der Bundesliga für die TUS Adelhausen die Ringerstiefel schnürt, auf den Einzelmeisterschaften aber für seinen Heimatverein KG Dewangen/Fachsenfeld auf die Matte geht und sich hier auch immer noch äußerst wohl fühlt.

Abgerundet wurde dieses Highlight durch die ebenfalls tollen Platzierungen der anderen KG-Ringer Jonas Heib, Christian Pfisterer und Markus Knobel.

Als Mitfavorit galt in der Gewichtsklasse bis 65 kg Kevin Henkel, der sich bereits in einigen internationalen Vorbereitungsturnieren im Vorfeld in einer tollen Verfassung gezeigt hatte. Im Viertelfinale wartete mit Niklas Dorn (KSC Hösbach/Hessen) ein Gegner, der ebenfalls in der Jugend bereits mehrere Deutsche Meistertitel gesammelt hatte. Mit einem technischen Überlegenheitssieg mit 10:0 Punkten gelang dem jungen KG-ler aber ein Auftakt nach Maß, der sehr vielversprechend war. Eine sehr harte Nuß war dann im Halbfinale mit Yaschar Jamali-Esmaeili-Kandi (TV Aachen-Walheim/Nordrhein-Westfalen) zu knacken, aber auch hier mit 6:2 Punkten ein mehr als erwartet souveräner Sieg des KG-lers. Damit war das Finale gegen Alexander Semisorow (RV Rümmingen/Südbaden) erreicht - ein Gegner, mit dem Henkel schon mehrere harte Gefechte hatte und der seines Zeichens immerhin Deutscher Meister der Männer des Jahres 2014 in der Gewichtsklasse 61 kg war. Auch hier die erwartet enge Auseinandersetzung, der KG-ler konnte zwar deutlich in Vorsprung gehen, Semisorow war aber bis zum Schluß gefährlich. Den 8:5 Punktsieg und damit ersten Deutschen Meistertitel bei den Männern für Kevin Henkel konnte er jedoch nicht verhindern. Groß war der Jubel im Lager des Württembergischen Ringerverbandes über die Goldmedaille des erst 20-jährigen KG-lers, der sich hiermit auch für internationale Aufgaben im Männerbereich eindrucksvoll empfohlen hat.

Jonas Heib ging in der Gewichtsklasse bis 70 kg auf die Matte. In der Qualifikationsrunde wartete mit Lennard Wickel (1. Luckenwalde SC/Brandenburg) der spätere Deutsche Vizemeister, gegen den der junge KG-ler chancenlos war. Dadurch, dass Wickel sich bis in das Finale vorkämpfte, erhielt Heib nochmals die Möglichkeit, sich über die Hoffnungsrunde für weitere Kämpfe zu qualifizieren. Leider konnte sich der KG-ler auch hier nicht gegen Lucas Diehl (ASV Schaafheim/Hessen) durchsetzen und belegte Rang 12 in der Gesamtwertung.

Die beiden Vereinskameraden Markus Knobel und Christian Pfisterer starteten in der Gewichtsklasse bis 74 kg. Pfisterer hatte es in der Qualifikationsrunde mit Steffen Blum (KSV Wollmatingen/Südbaden) zu tun, der sich nach hartem Kampf durch eine Schulterniederlage geschlagen geben musste. Damit war das Achtelfinale gegen Topfavorit und späteren Titelträger Martin Obst (1. Luckenwalde SC/Brandenburg) erreicht, gegen den Pfisterer erwartungsgemäß klar mit 0:10 Punkten unterlegen war. Da Obst das Finale erreichte, hatte Pfisterer nochmals die Möglichkeit, über die Hoffnungsrunde in das Geschehen einzugreifen. Gegner hier war leider ausgerechnet Teamkamerad Markus Knobel, der sich im vereinsinternen Vergleich mit 10:0 Punkten durchsetzen konnte. Pfisterer beendete die Deutsche Meisterschaft damit auf Rang 7. Markus Knobel bekam bereits in der Qualifikationsrunde Martin Obst zugelost und musste sich ebenfalls mit 0:9 Punkten geschlagen geben. In der Hoffnungsrunde dann das bereits oben beschriebene Duell mit Vereinskamerad Christian Pfisterer, so dass Knobel durch diesen Sieg nochmals die Möglichkeit bekam, um die Bronzemedaille gegen Mathias Schwarz (ASV Hüttigweiler/Saarland) zu kämpfen. Hier konnte sich der junge KG-ler leider nicht mehr durchsetzen und belegte einen starken 5. Platz in dieser Gewichtsklasse.

Durch diese geschlossene Mannschaftsleistung erreichte der TSV Dewangen einen noch nie da gewesenen 4. Platz in der Vereinswertung einer Deutschen Meisterschaft bei den Männern.

© Gmünder Tagespost 18.05.2015 22:16
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