Keine ernsthafte Aufarbeitung

Zur Kritik von Alexander Schenk an der Flugzeugtaufe „Konsul Hermann E. Sieger“ bei der Lorcher Fliegergruppe (in der GT am 29. Mai):
„Die Aufarbeitung der unrühmlichen Vergangenheit des Faschismus in Italien und Deutschland unter Führung von Benito Mussolini und Adolf Hitler ist für eine weltoffene, selbstkritische Gesellschaft von hoher Bedeutung. Zeitzeugen und Historiker arbeiten mit einer hohen Verantwortung insbesondere die deutsche Vergangenheit im Detail auf. Anschaulich als Mahnung für alle Lebenden und nachkommenden Generationen aller Nationalitäten zur Verpflichtung den Weltfrieden zu bewahren.
Alexander Schenk, Gmünder Stadtrat mit grünem Parteibuch, kommentiert die Flugzeugtaufe der Fliegergruppe Lorch. Schenk kritisiert den Namen Hermann E. (Ernst) Sieger aus Lorch. Die in seinen Augen eindeutige Nazi-Größe mit fraglicher Vergangenheit hat Schenk in Wikipedia nachrecherchiert. Als Grundlage diente eine Aufarbeitung des Lorcher Stadtarchivars Simon M. Haag. Straftaten oder unmenschliches Verhalten von Hermann E. Sieger aus dieser Zeit werden nicht genannt. Aus meiner Sicht wird die ehrenhafte Persönlichkeit von Hermann Ernst Sieger ohne Tiefgründigkeit für den Leser in Frage gestellt. Hobbyhistoriker wie Alexander Schenk mit Wikipedia-Wissen tragen nicht zur ernsthaft glaubwürdigen Aufarbeitung bei. Respekt und Achtung vor anderen Menschen sind leider keine Schlüsselqualifikationen mehr.
Viele Väter und Mütter der Nachkriegszeit haben der Firma Sieger viel zu verdanken. Siegers Weltfirma für Briefmarken war und ist ein fairer Arbeitgeber. Nicht zu vergessen die große soziale Verantwortung und Spendenbereitschaft für medizinische Geräte. Kranke Menschen in Not schätzen die Verantwortlichen mit dem Namen Sieger sehr. Ohne Sieger in Lorch wäre die Welt wesentlich unmenschlicher.“ Gerd-Bodo Dick, Lorch
© Gmünder Tagespost 01.06.2015 21:02
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