Keine Gleichstellung

Zum Leserbrief „Ehe für alle“:
Rain er Ebert zieht in seinem Leserbrief vom 16. Juni aus dem allgemeinen Gleichheitsgrundsatz (Artikel 3 Absatz 1 Grundgesetz) den Schluss für eine „Ehe für alle“. Dies ist weder zwingend noch logisch.
Zunächst ist nämlich nur Gleiches mit Gleichem zu behandeln. Und da ist wohl immer noch eine Ehe zwischen Mann und Frau mit einer Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern nicht als gleich anzusehen, egal, ob man sie als „Homo-Ehe”oder mit dem Leserbrief- schreiber als „Ehe für alle“ bezeichnet. Zudem stehen nach dem Grundgesetz (Artikel 6) Ehe und Familie unter dem „besonderen Schutz der staatlichen Ordnung”. Dieses Grundgesetz stammt vom Mai 1949. Es geht deshalb auch von dem damaligen Begriff der Ehe und Familie aus und ganz sicher nicht von einer „Ehe für alle“.
Der besondere staatlich Schutz erklärt sich damals wie auch heute noch auch vor dem Hintergrund des Selbsterhaltes eines Staates – ist doch die Gemeinschaft zwischen Mann und Frau die Verbindung, aus der Kinder hervorgehen. Aus dem Schutzgedanken ergibt sich z.B. die Notwendigkeit einer entsprechenden Familienpolitik, aber sicher nicht die völlige Gleichstellung einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft. Dies hat auch nichts mit einer Diskriminierung zu tun. Sofern eine solche früher vorhanden war, wurde sie zu Recht gesetzlich abgebaut und soll nach dem Koalitionsvertrag der Regierung weiter beseitigt werden. Von einer Gleichstellung ist darin aber zu Recht nicht die Rede. Prof. Dr. jur. Dieter Bolten, Essingen
© Gmünder Tagespost 18.06.2015 20:37
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