Barrierefreiheit

Zur Debatte über Inklusion in Aalen:
Vergangene Woche wollte eine Behindertengruppe aus Aalen den Geburtstag einer Mitbewohnerin auf dem Aalbäumle feiern. Der Gruppe gehören zwei schwerstbehinderte Mitbewohner an, die zwingend auf den Rollstuhl angewiesen sind. Sie mussten mit zwei Kleinbussen zum Aalbäumle gefahren werden. Als die dafür notwendige Genehmigung bei der Stadt Aalen eingeholt wurde, musste die Mutter der behinderten jungen Frau 20 Euro Gebühren bezahlen. Ein Hinweis der Mutter, dass viele Schweizer Alpenpässe für weniger als 20 Euro befahren werden können und dass es sich schließlich um schwerbehinderte Menschen handelt, wurde von der zuständigen städtischen Mitarbeiterin ignoriert. Nachdem die Gebühr bezahlt worden war, mussten die Betreuer feststellen, dass sich die Toiletten am Aalbäumle in einem katastrophalen Zustand befinden.
Wenn man bedenkt, wieviel Geld schwerbehinderte Menschen monatlich zur Verfügung haben, werden diese aus finanziellen Gründen ohne Hilfe der Eltern nicht in der Lage sein, das Aalbäumle zu besuchen. Sieht so die vielbeschworene Inklusion in Aalen aus? Wenn für den Austausch des Rasens der Scholz-Arena 50 000 Euro aus städtischen Geldern bezahlt werden, dürfte die Stadt auch nicht auf 20 Euro Gebühr angewiesen sein. Werner Klimetzek, Aalen
© Gmünder Tagespost 24.06.2015 22:13
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Kommentare

Autonom

>Wenn für den Austausch des Rasens der Scholz-Arena 50 000 Euro aus städtischen Geldern bezahlt werden, dürfte die Stadt auch nicht auf 20 Euro Gebühr angewiesen sein.<

Doch, gerade deshalb!