Mit der Steuererklärung bis zu 2.000 Euro sparen

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Alle Jahre wieder wird die Steuererklärung fällig - für viele Bürger ist das eine Arbeit, die sie nur ungern tun, doch kann sich die leidige Angelegenheit auch lohnen. Häufig locken Steuerrückzahlungen von 800 bis 2.000 Euro. Hier erfahren Steuerpflichtige, welche Kosten sich von der Steuer absetzen lassen und wie sie die Steuererklärung ohne Papierkram online abgeben können.

Steuererklärung: Berechnungsgrundlage für die Steuerschuld des Bürgers

Hierzulande müssen alle, die über den Grundfreibetrag hinaus Einnahmen erwirtschaften, Steuern bezahlen: Der Arbeitgeber zieht die Lohnsteuer monatlich vom Gehalt ab. Sie bezahlen Ihre Steuern, nachdem das Finanzamt den Betrag in einem Steuerbescheid festgelegt hat. Ledige Angestellte oder Arbeitnehmer mit einem Lohn unter dem Grundfreibetrag brauchen keine Steuererklärung abzugeben.

Selbstständige, Gewerbetreibende, Freiberufler, Land- und Forstwirte sowie Beteiligte sind immer abgabepflichtig. In gewissen Situationen sind es auch Arbeitnehmer, wenn sie:

  • alleinstehend oder als Ehepaar über den Grundfreibetrag von derzeit 8.472 Euro bzw. 16.944 Euro hinaus verdienen.
  • als Ehepaar die Steuerklassenkombination III/V haben und der Partner in Steuerklasse V Arbeitslohn hat.
  • Nebeneinkünfte von über 410 Euro aus gewerblicher oder freiberuflicher Tätigkeit, Vermietung oder Kapitalanlagen erzielten.
  • Lohnersatzleistungen von mehr als 410 Euro bekommen haben - wie Kurzarbeiter-, Kranken- oder Arbeitslosengeld.
  • aus mehreren Arbeitsverhältnissen unversteuerten Lohn erhalten haben.
  • sich einer der Partner im gleichen Jahr nach Scheidung oder Tod des anderen Ehegatten wieder verehelicht hat.


Steuern sparen durch Werbungskosten, Sonderausgaben, Freibeträge und außergewöhnliche Belastungen

Die Steuerschuld berechnet sich aus dem zu versteuernden Einkommen. Dabei zieht das Finanzamt von den Einnahmen folgende Kosten innerhalb bestimmter Grenzen ab - soweit sie in der Steuererklärung aufgelistet sind.
Anerkannt werden Werbungskosten als Pauschbetrag von 1.000 Euro ohne Nachweis oder als Einzelkosten gegen Nachweis. Oft überschreiten sie den Pauschbetrag. Werbungskosten
sind alle beruflich veranlassten Ausgaben wie:

  • die Fahrten zum Arbeitsort
  • Arbeitsmittel (Berufskleidung, Fachliteratur und Zeitschriften, Bürolampen, Heimbüro, Computer, Drucker oder Werkzeuge)
  • die doppelte Haushaltsführung
  • Arbeitszimmer
  • Dienstreisen (Tickets, Taxifahrten, Übernachtung, Benzin und Reisepass)
  • Berufliche Fortbildungskosten (Kursgebühren, Fachliteratur, Prüfungsgebühren)
  • Bewerbungskosten (Anzeigen, Bewerbungsmappen, Fahrten zum Vorstellungstermin)
  • berufliche Umzüge


Übrigens enthüllt diese übersichtliche Infografik hier, auf welche “Goodies" des Arbeitgebers der Angestellte keine Steuern zahlen muss. Ein Blick darauf kann sich also lohnen!

Das Finanzamt akzeptiert Sonderausgaben über den Sonderausgaben-Pauschbetrag hinaus. Dazu gehören Spenden, Kirchensteuer, Schuldgeld und Kinderbetreuungskosten. Abziehbar sind auch Beiträge zu Rentenversicherungen, berufsständischen Versorgungswerken oder Alterskassen. Steuermindernd sind Prämien für die Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- Haftpflicht-, Unfall- und Lebensversicherung.
Abgezogen werden Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen wie Putzen oder Handwerkerleistungen sowie der Kinderfreibetrag und Entlastungsbetrag für Alleinerziehende.

Steuererklärung ohne Papierkram online abgeben

Wer die Steuererklärung nicht bis zum 31. Mai einreicht, riskiert Verspätungszuschläge. Der Steuerpflichtige beantragt rechtzeitig eine Fristverlängerung, wenn Unterlagen fehlen.
Die Steuererklärung lässt sich über die Elster-Plattform der Finanzämter online, kostenlos und ohne Unterlagen abgeben. Man registriert sich nur einmal und aktiviert den Zugang mit einer Aktivierungs-ID und einem -Code.
Nach einer Plausibilitätsprüfung überträgt sie die Steuererklärung verschlüsselt. Für den Login erhält man in der Basisversion eine Zertifikatsdatei, welche im PC der Steuerpflichtigen abgespeichert wird.

© Gmünder Tagespost 17.08.2015 10:59
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