Entsetzt über Politik

Kritik an deutscher Flüchtlingspolitik:
„Ich bin entsetzt über die Kehrtwende der Regierung. Es ist ein fatales Signal an die schutzsuchenden Menschen, sie zuerst einzuladen und sich als Nation der Nächstenliebe in den Medien feiern zu lassen, nur um ein paar Tage später Schengen abzusetzen, Grenzen zu kontrollieren, und als direkte Folge dieses Handelns werden Flüchtlinge in Serbien eingekesselt. So stößt man Menschen vor den Kopf, verliert Vertrauen und Glaubwürdigkeit. Die Regierung Merkel war lange angeblich ahnungslos und tatenlos, dann handelte sie planlos und jetzt wird kopflos die politische Linie komplett umgeworfen. Diese Politik hat nicht nur keine klare Linie, sie spottet jeder langfristigen Umsetzung von gesellschaftlichen und politischen Visionen, sie ist unverantwortlich und menschenunwürdig. Deutschland braucht Politiker, die klar machen, für welche Politik sie stehen, und dies anhand ihrer Arbeit bezeugen. Man kann das wirtschaftsstärkste, bevölkerungsreichste Land Europas nicht so dilettantisch regieren, die Außenwirkung ist fatal. Andere europäische Staaten nehmen uns als unberechenbar wahr und fangen ebenfalls an, rücksichtslos eigene Interessen durchzusetzen. Deutschlands Eifer hat schon einmal großes Unheil über Europa gebracht. Es wäre unsere Chance gewesen, die deutsche Effizienz, Organisationstalent und Zielstrebigkeit in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen und als Beispiel voranzugehen, wie würdige Aufnahme vieler Menschen in Not möglich ist. Doch offensichtlich trauen wir uns das selbst nicht zu.“
Ulrike von Streit-Ivanov
SchwäbischGmünd
© Gmünder Tagespost 16.09.2015 16:36
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