BESENWIRTSCHAFTEN IN DER REGION

Edle Tropfen in gemütlicher Atmosphäre

Im Herbst wieder offen Liebevoll dekoriert laden Besenwirtschaften zur Einkehr ein
  • Das Remstal hat als Anbaugebiet edler Tropfen einen guten Ruf. Foto: arc
Jetzt zeigt sich der Herbst wieder von seiner schönsten Seite. Nach einer Wanderung durch die bunt gefärbte Natur laden auch wieder die vielen Besenwirtschaften in der Region zum Einkehren ein. Gesellige Stunden sind in den „Besen“ garantiert. Mal werden Scheunen geöffnet und liebevoll für die Gäste dekoriert, mal dürfen sich die Besucher im Keller oder in der Garage gemütlich niederlassen. Ganz früher wurde oft sogar die „Gute Stube“ geräumt, um dort eine Besenwirtschaft einzurichten.
Der „Besa“ ist ein von Winzern und Weinbauern saisonal geöffneter Gaststättenbetrieb, in dem diese zu bestimmten Zeiten ihren selbst erzeugten Wein direkt vermarkten. Bis zu vier Monate im Jahr dürfen sie geöffnet haben, die Anzahl der Sitzplätze ist auf 40 begrenzt und neben hauseigenen Weinen sind nur kalte oder einfache warme Speisen im Angebot. Serviert werden Spezialitäten wie geschmälzte Maultaschen, Schlachtplatte oder Kässpätzle. Ganz egal, wo man eine Besenwirtschaft besucht: Immer sind die Gerichte ganz typisch für die Region. Und ein gutes Viertele direkt vom Winzer darf dazu nicht fehlen. Denn die Remstäler sind, wie könnte es anders sein, bekennende Weingenießer und die regionale Küche und der Württemberger Wein sind Synonyme der schwäbischen Lebensart.

Im Jahr 708 erstmals urkundlich erwähnt
Urkundlich nachgewiesen ist der Weinbau für das Remstal erstmals Anfang des 8. Jahrhunderts. Eine Urkunde aus dem Jahre 708 n.Chr. wies nach, dass das Kloster St. Gallen damals um Cannstatt herum Weinberge besaß. National und international hoch prämierte Weine begründen bis heute den hervorragenden Ruf des Remstals als Anbaugebiet edler Tropfen. Gault Millau, Deutscher Rotweinpreis, Mundus Vini: Kaum ein Weinführer und Wettbewerb, in dem Weine aus Remstaler Weinbaubetrieben nicht an der Spitze vertreten wären. Vom Taubertal im Norden bis zum Bodensee im Süden: In den Straußen- und Besenwirtschaften können die Weine der Region entdeckt werden. Spätburgunder, Grau- und Weißburgunder, Gutedel, Trollinger, Lemberger, Riesling, Kerner, Müller-Thurgau und viele andere Sorten bieten für jeden Weingeschmack eine vielfältige Auswahl.
Mindestens 200 Arbeitsstunden verbringt ein Winzer auf einem Hektar Rebfläche im Jahr, nicht nur in der Vegetationsphase, sondern auch in den Wintermonaten, wenn die Vegetation ruht. Rebschnitt, Biegen und Binden sowie die Weinlese machen besonders viel Arbeit. Daneben müssen der Boden bearbeitet, der Rebstock und seine Trauben gepflegt und das Laub geheftet und geschnitten werden. Etwa 17 Mal muss jeder Rebstock statistisch gesehen vom Winzer innerhalb eines Jahres besucht werden. ub
© Gmünder Tagespost 06.10.2015 21:38
357 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.