Leserbeitrag von Harald Seiz

Andreas Böhmes Rabauken-Journalismus zum schwarzen Donnerstag -

Wer die Überschrift "Rabauken und Detektoren" (GT vom 29.10.) liest, denkt unwillkürlich: Hoppla, hier wird gegen "Rabauken" und deren Anhänger verhandelt. Dass ein Opfer des schwarzen Donnerstags einzelne brutale Polizisten als "Rabauken" bezeichnete, wird erst am Schluss beiläufig erwähnt. Man könnte das als handwerklichen Lapsus werten, aber Andreas Böhme ist als voreingenommener S21-Befürworter bekannt.

Andreas Böhme verletzt den journalistischen Grundsatz, dass ein Bericht objektiv sein muss. Geht es um S21, gerät ihm jeder "Bericht" zum "Kommentar".

Die Klage stellt Böhme als Rachefeldzug frustrierter S21-Gegner dar, die "in der Sache selbst...noch nie obsiegt" hätten (was nicht stimmt) und die es jetzt "erneut probieren". Böhme betreibt auch hier Meinungsmache auf plumpe Art, indem er wie in der Überschrift Dinge verquickt, die sachlich nicht zusammengehören.

Dass Böhme die bloße Meinung Riexingers fälschlich und tendenziös als vorlaute Vorwegnahme des Urteils deutet, kann da nicht mehr überraschen. Der Hinweis auf "vorwiegend älterer Jahrgänge aus der S-21-Szene" gehört ebenso zum abgedroschenen Phrasen-Repertoire Böhmes wie der Vorwurf der Verletzung der Fürsorgepflicht durch den Demonstranten, der "mit Kind und Kinderwagen" an den Protesten teilgenommen hat, weil er das "für Zivilcourage hält". Böhme tut so, als wäre es selbstverständlich, dass eine Versammlung in eine Orgie der Polizeigewalt ausartet. Obwohl bis zum schwarzen Donnerstag all die vielen Demos friedlich verlaufen waren.

Es fehlt der Platz, alle journalistischen Fehlleistungen Böhmes zu nennen, die dieser Schreiberling mühelos in einem einzigen sogenannten Bericht unterbringt.

© Harald Seiz 29.10.2015 12:11
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