Flüchtlinge als Deserteure?

Zur Bürgerversammlung in Waldstetten zur Flüchtlingsthematik:

„Letzte Woche fand, wie berichtet, in Waldstetten die erste Bürgerversammlung zur Flüchtlingsthematik statt. Waldstetten könnte 17 Flüchtlinge aufnehmen. Bürgermeister Rembold und Landrat Pavel erläuterten sehr einfühlsam die Situationen und gingen schon vorwegnehmend auf mögliche Ängste ein, die meist unbegründet seien. Dann die erste Wortmeldung eines Zuhörers: Zitat: „Das sind doch Deserteure und Fahnenflüchtige, usw!“ Weitere unverschämte Unterstellungen folgten.
Ja, in der LEA (Erstaufnahme) in Ellwangen waren vereinzelt ehemalige Soldaten des Machthabers Assad.
Doch als Assad befahl, eigene Landsleute in Stadtteilen von Damaskus und im Süden Aleppos zu beschießen und zu töten, da spielte das Gewissen nicht mehr mit. Kann man es denn einem Menschen verübeln, wenn er sich weigert, auf sein eigenes Volk zu schießen und mit Streu- und anderen Bomben seine Landsleute zu ermorden? Hätten die sich geweigert, diese unmenschlichen Befehle auszuführen, wären sie direkt erschossen worden. Also, was bleibt denn übrig? Doch nur die Flucht. Jeder geflohene Assad Soldat hat Menschenleben gerettet. Jetzt erledigen russische Kampfjets diese unmenschliche Aufgabe, was erneut circa 70 000 Menschen aus Aleppo zur Flucht zwang.“ Josef Hammel,
Waldstetten
© Gmünder Tagespost 16.11.2015 21:06
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