Hier schreibt der KC Schwabsberg 1953 e.V.

Ein Fabian Seitz war diesmal dann doch zu wenig

  • LiBi efa: Betretene Gesichter gab es beim KCS nicht nur bei Jürgen Pointinger und Timo Hehl nach der so sicherlich nicht erwarteten Niederlage in Oberfranken.

Kegeln, 1. Bundesliga Männer:

Vermeidbare 2 : 6 Niederlage für Schwabsbergs Kegler in Bamberg

Schwabsberg leistete sich im Auswärtsspiel bei Victoria Bamberg zwei Ausrutscher und wurde dafür prompt bestraft und das mit einem Fabian Seitz im Team, der sich erneut das Prädikat „weltklasse“ verdiente. Was der 25 jährige Rechberger Woche für Woche auf die Bahn zaubert, das ist wirklich alles andere als alltäglich. Auch in Bamberg präsentierte sich der Ausnahmekegler von der Ostalb erneut in bestechender Form. Wie schon am letzten Spieltag erzielte er mit überragenden 690 Kegeln bereits zum zweiten Mal in Folge nicht nur den Tagesbestwert der Begegnung sondern auch das beste Ergebnis der Liga überhaupt.

Die Victorianer machten ihrem Namen alle Ehre, brachten ihren Vorsprung aus der ersten Spielhälfte knapp über die Runden und siegten am Ende aufgrund der insgesamt geschlosseneren Mannschaftsleistung durchaus verdient mit 6 : 2 Punkten (3746 : 3707 Kegel).

Bamberg und Schwabsberg lieferten sich vor einem begeistert mitgehenden Publikum einen mitreißenden Schlagabtausch. Eine tolle Bundesligabegegnung, die es in sich hatte, die für die Gäste von der Ostalb aber unter einem denkbar schlechten Stern stand. Verletzungsbedingt musste Schwabsbergs Kapitän Reiner Buschow bereits während des Einspielens durch Ronald Endraß ersetzt werden. Dem nicht genug plagte sich auch Timo Hehl mehr schlecht als recht durch das Spiel. Für die Hausherren ein im Grunde genommen überaus zuvorkommendes Angebot, das die ihrerseits durchaus auch zu ihren Gunsten zu nutzen verstanden. Dabei boten die Oberfranken selbst kaum Angriffspunkte.
So richtig wusste im Starttrio der Schwaben eigentlich nur Mathias Dirnberger zu gefallen. Der findet zunehmend besser ins Spiel. Seinen Mannschaftspunkt allerdings verspielte auch er wenn auch sehr unglücklich. So kam es wie es kommen musste und Schwabsberg geriet nach der ersten Spielhälfte deutlich ins Hintertreffen. Ein Makel der jedoch im weiteren Spielverlauf beinahe vollständig behoben wurde. Beinahe hätte es das Schwabsberger Schlusstrio nämlich geschafft, das Spiel noch einmal komplett zu drehen. Indes der Rückstand mit 125 Kegeln war gegen eine Klassemannschaft wie Bamberg dann doch zu groß, auch wenn dieser bis auf 39 Kegel eingedampft werden konnte.
Die ganz große Überraschung des Spieltages gab es allerdings im benachbarten Bad Staffelstein, dort triumphierte der Geheimfavorit SKC über den SKV RW Zerbst und brachte den Sachsen-Anhaltinern die erste Bundesliganiederlage seit Jahren bei.

Kein Start nach Maß
Schwabsberg, das mit großem Optimismus nach Oberfranken angereist war erwischte in Bamberg alles andere als einen Start nach Maß. Der solide Grundstein für diese Auswärtsniederlage wurde, allen Widrigkeiten zum Trotz, in der ersten Spielhälfte gelegt, wo sich nur Mathias Dirnberger (637 Kegel), der eine deutlich aufsteigende Formkurve an den Tag legte, sich den Ansprüchen des Vizemeisters gemäß verkaufen konnte. Dass er im Endspurt sein Spiel gegen den Bamberger Florian Fritzmann (643 Kegel) verlor war eher auf eine Fügung des Schicksals, als auf mangelndes Können zurückzuführen.
Sein vorletzter Wurf, hervorragend gesetzt aber keineswegs belohnt, brachte bei Satzgleichstand die glückliche Entscheidung zugunsten seines Bamberger Kontrahenten.
Ronald Endraß agierte gegen den vor Vitalität strotzenden Bamberger Manuel Weiß viel zu brav, um diesen ernsthaft in Verlegenheit zu bringen. Der Satzgewinn auf der ersten Bahn war gegen den, im zweiten Spielabschnitt mächtig auftrumpfenden Weiß zu wenig, um diesen auch nur ernsthaft in die Gefahr eines Punktverlustes zu bringen. Mit 3 : 1 Gewinnsätzen und hervorragenden 634 : 574 Kegeln ließ der Bamberger Leistungsträger keinerlei Zweifel an seinem berechtigten Punktgewinn aufkommen.
Völlig von der Rolle präsentierte sich Timo Hehl. Von Rückenschmerzen geplagt blieb der mit 565 Kegeln deutlich unter seinen Möglichkeiten. Eine Offerte, die sich der Bamberger Julian Heß nicht zweimal unterbreiten ließ. Der griff prompt zu und sicherte sich mit 4 : 0 Gewinnsätzen und 624 : 565 Kegeln souverän seinen Punkt.
Zwischenstand erste Spielhälfte:
3 : 0 Mannschaftspunkte bei 1901 : 1776 Kegeln für den SKC Victoria Bamberg.

Beeindruckend im Abgang
Fabian Seitz, Deutschland derzeit bester Kegler, zeigte gegen Bambergs Nummer 1, Dominik Kunze, seine individuelle Klasse. Mit einem „Neuner-Festival“ ließ er diesen gar nicht erst zur Entfaltung kommen. Beeindruckend sein zweiter Durchgang mit 196 (115/81/0) Kegeln und selbst da stellte sich am Ende noch die Frage, was wäre alles möglich gewesen, wäre da nicht dieses eine „Vierer-Räumen“ gewesen.
4 : 0 Gewinnsätze und alles überragende 690 : 612 Kegel und doch reichte dieser Fabian Seitz allein nicht, um die Victoria in die Knie zu zwingen.
Nach einem doch etwas verhaltenen Auftakt rollte Damir Cekovic mit solidem Spiel gegen den Tschechen Miroslav Jelinek das Feld nochmal von hinten auf. Seine Bilanz 3 : 1 Gewinnsätze und ansprechende 611 : 596 Kegel.
Anfänglich noch etwas verhalten agierend konterte Jürgen Pointiger seinen Widerpart, den rumänischen Nationalspieler „Nico“ Lupu auf den beiden Schlussbahnen klassisch aus. Der hatte im zweiten Satz noch mit überragenden 180 Kegeln geglänzt. Als der Schwabsberger allerdings in der zweiten Spielhälfte 351 Kegel nachlegte, drängte er den Bamberger zunehmend in die Defensive. Nur mit großer Mühe konnte der Routinier in Diensten der Bamberger am Ende, bei Satzgleichstand, mit 637 : 630 Kegeln einen Punktverlust vermeiden.
Endstand: 6 : 2 Gesamtpunkte bei 3746 : 3707 Kegeln für den SKC Victoria Bamberg.

Stimmen zum Spiel – Kapitän Reiner Buschow:
„Egal wie glücklich oder unglücklich das heutige Ergebnis zu Stande gekommen ist, unterm Strich haben wir uns eindeutig unter Wert verkauft und damit Bamberg in die Hände gespielt. Vor allem vorne haben wir wichtige Kegel liegen lassen. Bamberg hat das geschickt zu nutzen verstanden und dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung am Ende verdient gewonnen. Da darf man sich nichts vormachen.
Auch wenn die Richtung stimmt, am kommenden Wochenende in der Champions League bei Szegedi TE müssen wir uns geschickter anstellen, wenn wir nicht bereits in Ungarn alle unsere Möglichkeiten verspielen wollen.“

Blickpunkt Bundesliga – 8. Spieltag

SKC Staffelstein - SKV Rot Weiß Zerbst 1999 5,0 : 3,0
TSV 90 Zwickau - TSV Breitengüßbach 5,0 : 3,0
SKC Victoria Bamberg - KC Schwabsberg 6,0 : 2,0
Donauperle Straubing - SKC Nibelungen Lorsch 4,5 : 3,5
KRC Kipfenberg - FEB Amberg 5,0 : 3,0

1 SKC Staffelstein 8 47,0 : 17,0 16 : 0
2 SKV Rot Weiß Zerbst 1999 8 51,0 : 13,0 14 : 2
3 SKC Victoria Bamberg 8 42,0 : 22,0 12 : 4
4 KC Schwabsberg 8 34,5 : 29,5 10 : 6
5 KRC Kipfenberg 8 26,5 : 37,5 8 : 8
6 Donauperle Straubing 8 26,5 : 37,5 6 : 10
7 TSV Breitengüßbach 8 27,5 : 36,5 5 : 11
8 FEB Amberg 8 24,0 : 40,0 4 : 12
9 Nibelungen Lorsch 8 24,5 : 39,5 3 : 13
10 TSV 90 Zwickau 8 16,5 : 47,5 2 : 14

SKC Victoria Bamberg 6 : 2 KC Schwabsberg
Name Kegel SP MaP MaP SP Kegel Name
Florian Fritzmann 643 3 1,0 1 637 Mathias Dirnberger
Manuel Weiß 634 3 1,0 1 574 Reiner Buschow/R. Endraß
Julian Hess 624 4 1,0 0 565 Timo Hehl
Dominik Kunze 612 0 1,0 4 690 Fabian Seitz
Miroslav Jelinek 596 1 1,0 3 611 Damir Cekovic
Nicolae Lupu 637 2 1,0 2 630 Jürgen Pointinger
3746 13,0 2,0 11,0 3707

 

© KC Schwabsberg 1953 e.V. 17.11.2015 09:19
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