Welche gute Sache?

Zum Bericht „Dunja Hayali in Gschwend“:
Es ist schon erstaunlich, wie naiv eine prominente Nachrichtensprecherin Begriffe ohne Inhalt von sich gibt, und eine Aussage innerhalb eines Satzes wieder relativiert. Ihre Aussage „dass Journalisten sich durchaus mit einer guten Sache gemein machen dürfen“, relativiert sie sofort im gleichen Satz mit der Aussage, trotzdem seien Neutralität, Unabhängigkeit und Differenzierbarkeit oberste Maxime.
Was ist denn die gute Sache? Robespierre hat sie in der französischen Revolution als „Tugend“ bezeichnet. Und für die Tugend wurden dann tausende Menschen geköpft. Die Bolschewiken waren ihrer Meinung nach auch auf der guten Seite. Bevor sie eine solche schwammige Aussage macht, sollte sie die gute Sache zuerst mal definieren.
Ist es eine gute Sache, der Europaabgeordneten der AfD das Auto anzuzünden, oder in Massen die Plakate dieser Partei abzureißen, oder das Podium von Herrn Lucke (vormals AfD) bei einer Wahlveranstaltung zu stürmen und Herrn Lucke niederzureißen?
Hat sie das Programm der AfD schon mal gelesen? Sie sollte es tun und gerne die rechtsextremen Teile, so sie sie denn findet, thematisieren. Wenn ich ihre Aussagen lese, wundert es mich nicht, dass sie nicht unbedingt bei Veranstaltungen dieser Partei freundlich empfangen wird. Aus allen spricht nicht Neutralität, Unabhängigkeit und Differenzierbarkeit. Trotzdem verurteile ich jede Gewalt von jeder Seite, auch gegen sie, falls es geschehen ist. Für mich gibt es keine gute Gewalt, auch wenn sie im Sinne „der guten Sache“ geschieht.
Peter Wüst, Bopfingen-Oberdorf
© Gmünder Tagespost 03.02.2016 10:47
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