Corona-Ausbruch im Altenheim Marienhöhe

19 Bewohner und 22 Mitarbeiter positiv gestetet.

  • Foto: Oliver Giers

Aalen-Wasseralfingen. Im Wasseralfinger Altenpflegeheim Marienhöhe ist das Corona-Virus ausgebrochen. Das teilt das Landratsamt am Sonntag mit.

Insgesamt haben sich 19 Bewohnerinnen und Bewohner sowie 22 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Marienhöhe mit dem Virus infiziert. Eine erkrankte Person musste zur stationären Behandlung ins Klinikum aufgenommen werden. Alle infizierten Bewohnerinnen und Bewohner wurden innerhalb der Einrichtung häuslich isoliert. 

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Am Samstag, 18. April, wurden COVID-19 Testungen veranlasst.  Bereits in der vergangenen Woche wurden Bewohnerinnen und Bewohner eines Wohnbereichs der Marienhöhe auf das Coronavirus getestet, da sich eine Person des Pflegepersonals mit dem Virus angesteckt hatte. Das Ergebnis dieser Testreihe ergab weitere infizierte Fälle. Da nicht auszuschließen war, dass die Erkrankten Kontakt zu weiteren Wohnbereichen des Pflegeheims hatten, hat das Landratsamt Ostalbkreis beschlossen, alle Bewohner und Beschäftigten der Marienhöhe auf das Coronavirus zu testen. Die Abstrichentnahme der 57 Bewohner und 29 Mitarbeiter wurde vom Malteser Hilfsdienst gemeinsam mit Herrn Dr. Ulrich Friedrichson durchgeführt. 

Zahlen im Ostalbkreis: Insgesamt sind Stand 19. April im Ostalbkreis 1.276 Personen an Corona erkrankt. 623 sind inzwischen genesen und konnten aus häuslicher Isolation entlassen werden. Leider musste der Ostalbkreis inzwischen 17 Todesfälle verzeichnen. Aktive Krankheitsfälle: 637.

© Gmünder Tagespost 19.04.2020 16:07
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Kommentare

Feuersalamander

Wer ersetzt jetzt die 22 Pflegekräfte?

Es ist ja bekannt,dass Alten-und Pflegeheime potenzielle Hotspots sind.

Wenn's da schon nicht funktioniert, wie sieht denn die Infiziertenzahl nach Lockerung der allgemeinen Einschränkungen für Geschäfte bis 800 qm aus?

Helmut Schmähl

Heimbewohner sind dem Virus hilflos ausgeliefert. Was nutzt eine Ausgangssperre für die Bewohner, wenn das Personal ein- und ausgeht, sich draußen mit zig Leuten trifft, einkaufen geht oder sonst was? Wie werden die Bewohner geschützt? Hat das Personal richtige Schutzkleidung, Masken, Handschuhe usw.? Der "freie" Bürger soll in der Öffentlichkeit einfache Masken tragen um andere zu schützen. Was tragen die Bewohner und das Personal in unseren Pflegeheimen? Wie schützen diese sich untereinander? Müssen die Menschen dort als "Kanonenfutter" herhalten? Wehrlos, hilflos?

Ist es nicht so, dass die Träger der Heime diese Mehrkosten nicht tragen wollen, um die Wirtschaftlichkeit der Einrichtung nicht zu gefährden? Wird wegen Profitgier nicht auch an ausreichend Personal gespart? An Qualifikation, Qualität und vor allem an angemessene und gerechte Löhne?

Das System der Pflege muss neu geregelt werden. Weg von Ertrags orientierten Investoren, hin zu staatlichen Einrichtungen mit verpflichtenden Vorgaben für Qualität, Qualifikation und Leistungsgerechter Bezahlung. Das oberste Ziel muss das Wohl der Bewohner sein. Ohne im Vordergrund den Blick auf die Kosten zu haben.

Es wäre jetzt an der Zeit darüber nachzudenken und es zu ändern. Wir sind ein so reiches Land. Die ganze Welt hält bei uns die Hand auf. Und bei uns wird gespart.

  

Boerdie

Helmut Schmähl schrieb am 19.04.2020 um 17:31

Heimbewohner sind dem Virus hilflos ausgeliefert. Was nutzt eine Ausgangssperre für die Bewohner, wenn das Personal ein- und ausgeht, sich draußen mit zig Leuten trifft, einkaufen geht oder sonst was? Wie werden die Bewohner geschützt? Hat das Personal richtige Schutzkleidung, Masken, Handschuhe usw.? Der "freie" Bürger soll in der Öffentlichkeit einfache Masken tragen um andere zu schützen. Was tragen die Bewohner und das Personal in unseren Pflegeheimen? Wie schützen diese sich untereinander? Müssen die Menschen dort als "Kanonenfutter" herhalten? Wehrlos, hilflos?

Ist es nicht so, dass die Träger der Heime diese Mehrkosten nicht tragen wollen, um die Wirtschaftlichkeit der Einrichtung nicht zu gefährden? Wird wegen Profitgier nicht auch an ausreichend Personal gespart? An Qualifikation, Qualität und vor allem an angemessene und gerechte Löhne?

Das System der Pflege muss neu geregelt werden. Weg von Ertrags orientierten Investoren, hin zu staatlichen Einrichtungen mit verpflichtenden Vorgaben für Qualität, Qualifikation und Leistungsgerechter Bezahlung. Das oberste Ziel muss das Wohl der Bewohner sein. Ohne im Vordergrund den Blick auf die Kosten zu haben.

Es wäre jetzt an der Zeit darüber nachzudenken und es zu ändern. Wir sind ein so reiches Land. Die ganze Welt hält bei uns die Hand auf. Und bei uns wird gespart.

  

Erlauben Sie mir bitte ein paar Bemerkungen:

1. Die Ausbreitung des Virus korreliert mit der Anzahl der personen. D.h. je mehr Personen zusammen kommen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer Infektion. Dies steht in einem Widerspruch zu Ihrer Aussage, dass die Heime Personal aus wirtschaftlichen Gründen einsparen. Die Frage ist doch eher, ob es technisch machbar gewesen wäre, ein Zwei- oder Drei-Schichtssystem einzuführen.  Brongt aber auch wenig, wenn ein Infizierter der Schicht A einen Heimbewohner ansteckt und dieser dann eine Pflegerin oder Pfleger der anderen Schichten. Und ich glaube nicht, dass z.B. Wohnbereich ein Mehrschichtsystem zu fahren ost. Dazu feheln die Kapazitäten.

2. Schutzausrüstungen. Dies ist in der Tat ein großes Problem, da diese lange Zeit nicht lieferbar waren, oder überteuert waren oder gar nicht bei den Bestellern ankamen. Das Gleiche gilt  sowohl für Handesinfektionsmittel und Flächendesinfektionsmittel.

3. Man kann daraus erkennen, dass diese Ausgangs- und Kontaktbreschränkungen ja sinnvoll sind und eher noch weiter laufen sollten. Die daraus enstehenden Folgen sind natürlich eine Katastrophe und ich habe keine Lödung dafür.

4. Der von Ihnen bemänngelte Pflegenotdienst war schon vor der Coronakrise da und damit eigentlich nichts zu tun.

5. Die eigentliche Frage sollte lauten: Haben die Verantwortlichen der Heimträger nichts aus den Folgen von Würzburg oder Wolfsburg gelernt. Hätte man nicht einen Krisenplan erarbeiten sollen. Ein solcher Plan ist aber von unabhängig von dem Personalmangel in Krisenzeiten, sondern zeigt nur, wie fragil die jetzige Situatioj ist.

Abschließend: Wir fahren in unsserem Betrieb in Wasseralfingen ein Zweischichtsystem. Dies ist nur Dank der Mitarbieterinnen und Mitarbeoter möglich. An den anderen Standorten geht es leider aus rechtlichen und strukturellen Dingen nicht.

Helmut Schmähl

Boerdie schrieb am 19.04.2020 um 19:02

Erlauben Sie mir bitte ein paar Bemerkungen:

1. Die Ausbreitung des Virus korreliert mit der Anzahl der personen. D.h. je mehr Personen zusammen kommen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer Infektion. Dies steht in einem Widerspruch zu Ihrer Aussage, dass die Heime Personal aus wirtschaftlichen Gründen einsparen. Die Frage ist doch eher, ob es technisch machbar gewesen wäre, ein Zwei- oder Drei-Schichtssystem einzuführen.  Brongt aber auch wenig, wenn ein Infizierter der Schicht A einen Heimbewohner ansteckt und dieser dann eine Pflegerin oder Pfleger der anderen Schichten. Und ich glaube nicht, dass z.B. Wohnbereich ein Mehrschichtsystem zu fahren ost. Dazu feheln die Kapazitäten.

2. Schutzausrüstungen. Dies ist in der Tat ein großes Problem, da diese lange Zeit nicht lieferbar waren, oder überteuert waren oder gar nicht bei den Bestellern ankamen. Das Gleiche gilt  sowohl für Handesinfektionsmittel und Flächendesinfektionsmittel.

3. Man kann daraus erkennen, dass diese Ausgangs- und Kontaktbreschränkungen ja sinnvoll sind und eher noch weiter laufen sollten. Die daraus enstehenden Folgen sind natürlich eine Katastrophe und ich habe keine Lödung dafür.

4. Der von Ihnen bemänngelte Pflegenotdienst war schon vor der Coronakrise da und damit eigentlich nichts zu tun.

5. Die eigentliche Frage sollte lauten: Haben die Verantwortlichen der Heimträger nichts aus den Folgen von Würzburg oder Wolfsburg gelernt. Hätte man nicht einen Krisenplan erarbeiten sollen. Ein solcher Plan ist aber von unabhängig von dem Personalmangel in Krisenzeiten, sondern zeigt nur, wie fragil die jetzige Situatioj ist.

Abschließend: Wir fahren in unsserem Betrieb in Wasseralfingen ein Zweischichtsystem. Dies ist nur Dank der Mitarbieterinnen und Mitarbeoter möglich. An den anderen Standorten geht es leider aus rechtlichen und strukturellen Dingen nicht.

Sehr geehrter/ geehrte Boerdie. Sie haben sicher einen Grund hier nicht ihren Namen zu nennen. Wie aus Ihrem letzten Abschnitt zu erahnen ist, arbeiten sie in einer Pflegeeinrichtung. Dafür zunächst meinen größten Respekt und Dank. 

Ich habe nicht den Pflegenotdienst bemängelt. Vielmehr den Mangel an Personal in Pflegeheimen. Die Qualifikation einzelner und die Qualität der Pflege allgemein. Ein Mehrschichtsystem hat nichts mit technischer Machbarkeit zu tun. Es fehlt schlicht an Personal. Die Gründe habe ich beschrieben. In Punkt eins geben sie den Personalmangel ja selber zu "Dazu fehlen die Kapazitäten". Das führt dazu, dass das bestehende Personal noch mehr gefordert/ belastet und krank wird. Wenn sich derjenige denn traut. Denn er weiß genau wenn er fehlt müssen die Kollegen seine Arbeit zusätzlich erledigen.

Alles in allem läuft es doch auf die Kosten hinaus die der Träger aus wirtschaftlichen Gründen nicht zahlen will/ kann. Nicht nur in Corona-Zeiten. Sie Situation ist sonst auch schon schlecht genug. Die wenigen Ausnahmen sind nicht der Rede wert.

Wenn genug Geld da wäre, gäbe es kein Personal-/ Qualifikations-/ Qualitätsproblem. NUR AUSREICHEND GUT GESCHULTES PERSONAL IN AUSREICHENDER ANZAHL UND MIT LEISTUNGSGERECHTER BEZAHLUNG KANN EINE GUTE LEISTUNG ERBRINGEN. ZU JEDER ZEIT.

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