Audi: Prämien, Weihnachts- und Urlaubsgeld

Hammer-Gehalt oder Gerücht? Das verdienen Audi-Mitarbeiter wirklich

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Was verdienen Mitarbeiter bei Audi?
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Dieselskandal und Coronavirus hinterlassen auch bei Audi Spuren. Aber was verdient jemand, der beim Autobauer angestellt ist?

Die Automobilbranche wurde durch die Coronavirus-Pandemie zwar wie viele andere hart getroffen und auch Kurzarbeit bei Audi* blieb nicht aus. Trotzdem: Das Image, dass Mitarbeiter - besonders im Metall-Tarif - ein üppiges Gehalt verdienen und darüber hinaus Prämien und Zusatzzahlungen erhalten, hält sich hartnäckig. Ist das so?

In Baden-Württemberg und Bayer gelten unterschiedliche Tarifverträge. Wie echo24.de* berichtet, bezahlt Audi mit Sitz in Ingolstadt (Bayern) und Neckarsulm (Baden-Württemberg) seine Mitarbeiter einheitlich. Bild.de schreibt: „Die knapp 43.000 Beschäftigten im Stammwerk Ingolstadt werden wie die knapp 16.000 Kollegen in Neckarsulm nach den Entgelttabellen der IG Metall Baden-Württemberg bezahlt.“

Audi: Das Gehalt der Mitarbeiter wird immer heiß diskutiert

Interessant und vielleicht für manchen überraschend: Die bayerischen Audi-Mitarbeiter kommen dabei schlechter weg - zumindest in den ersten Jahren. Das dürfte mit ein Grund sein, dass sie aktuell vier Prozent mehr Gehalt fordern. Generell gilt beim Audibauer mit den vier Ringen die Faustregel: Je länger jemand angestellt ist, desto höher fällt das Entgelt aus. Anfänger verdienen bereits 2.398 Euro brutto pro Monat. Erfahrene Facharbeiter liegen bei 3.240 Euro brutto jeden Monat.

Mit dem Monatsgehalt ist die Rechnung aber noch nicht beendet. Der Tarif regelt auch die Frage nach Weihnachts- und Urlaubsgeld. Außerdem beziehen Audi-Mitarbeiter noch Leistungszulage und Erfolgsbeteiligung. 2019 dürften sich die „Audiander“ darüber besonders gefreut haben. Denn: Sie fiel in diesem Geschäftsjahr sogar noch besser aus als 2018. Ein Facharbeiter, der nach der Entgeltgruppe 7 im Zweischichtbetrieb bezahlt wird, bekam damals 3.880 Euro - und damit 250 Euro mehr als 2018.“

Was verdienen Mitarbeiter bei Audi?

Wer bereits denkt, dass das ganz ordentlich klingt, sollte beachten, was außerdem im Bild.de-Bericht steht: „Ein tarifliches Zusatzgeld (T-ZUG) von 27,5 Prozent des Monatslohns gibt‘s einmal im Jahr zum 31. Juli – für alle IG-Metall-Mitglieder. In Entgeltgruppe 15 sind das 1696 Euro, in Gruppe 17 gibt es 1911 Euro zusätzlich. Hinzu kommen 400 Euro Zusatzgeld, das entspricht 12,3 Prozent des tariflichen Facharbeiter-Eckentgelts. In besonderen Lebenssituationen haben tariflich bezahlte Audianer die Wahl zwischen acht zusätzlichen freien Tagen für Pflege, Kinder und Schicht-Ausgleich anstatt des tariflichen Zusatzgeldes (27,5 Prozent). Der Geldwert entspricht sechs Tagen, zwei Tage gibt es on top.“

Ein Großteil der Arbeitnehmer, die bei Audi beschäftigt sind, sind IG-Metall-Mitglied. Sie haben dann seit 2018 die Wahl zwischen acht zusätzlichen freien Tagen für Pflege, Kinder und Schicht anstatt des tariflichen Zusatzgeldes (27,5 Prozent). Es gibt bei Audi außerdem die Möglichkeit, die Vollzeit zu verringern auf bis zu 28 Stunden pro Woche. Ein Rückkehrrecht bleibt vorbehalten.

Trotzdem: Auch bei Audi scheint nicht mehr alles so sicher, wie es einmal war. Corona hinterlässt seine spuren. Für Audi-Mitarbeiter griffen aufgrund des Virus harte Maßnahmen*. Der Konzern muss Sparmaßnahmen umsetzen. Um eine Beschäftigungsgarantie bis 2029 hatte der Betriebsrat gekämpft. Diese ging so weit auch durch. Aber: Im Gegenzug sollen allerdings 9.500 Mitarbeiter noch bis 2025 das Unternehmen verlassen - wenn auch sozialverträglich, wie betont wird. Beispielsweise greifen Altersteilzeit-Lösungen und Stellen werden nicht nachbesetzt. *echo24.de ist Teil von IPPEN.MEDIA.

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