Druck auf Impfmuffel

Baden-Württemberg: Kontaktverbot für Ungeimpfte? Diese knallharte 2G-Regel droht

In Baden-Württemberg wird über die 2G-Regel entschieden. Es drohen außerdem Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte:

Baden-Württemberg - Wie wird sich die Landesregierung entscheiden? Noch im Laufe dieser Woche soll über die 2G-Regelung in Baden-Württemberg abgestimmt werden. Wenn die Corona-Verordnung neu angepasst wird, wird es für Ungeimpfte einige Veränderungen beziehungsweise Einschränkungen im privaten Leben geben. Darüber berichtet HEIDELBERG24*.

Die 2G-Regel sieht vor, dass beispielsweise Gastronomen selbst entscheiden können, ob sie alle Gäste bewirtet wollen oder ungeimpften Personen den Zugang verwehren. Künftig könnte es also heißen: Corona-Genesene und Geimpfte erlaubt, Ungeimpfte müssen leider draußen bleiben. Die Diskussion um eine Zweiklassengesellschaft in Deutschland ist längst entfacht.

BundeslandBaden-Württemberg
HauptstadtStuttgart
Einwohner11,07 Millionen (2019)

Während die einen die 2G-Maßnahme in Baden-Württemberg* für falsch empfinden, gibt es genügend Stimmen, die sie als sehr sinnvoll erachten. Primäres Ziel sei die Sicherung des Gesundheitssystems. Dafür müssen Personen, die sich nicht gegen das Coronavirus* impfen wollen und damit andere Mitmenschen gefährden, nun mal mit Konsequenzen rechnen.

2G in Baden-Württemberg: Härte Regeln für Ungeimpfte drohen – Gesundheitsminister mit klaren Worten

In Baden-Württemberg liegt die 7-Tage-Inzidenz von Ungeimpften zwölf Mal höher als bei Geimpften*. Manne Lucha, Gesundheitsminister von Baden-Württemberg, spricht bereits von einer „Pandemie der Ungeimpften“. Besonders kritisch: Einige Erkrankten müssen stationär behandelt werden. Man befürchtet, dass in den kalten Monaten die Zahl der Infizierten wieder ansteigen wird und damit weitere Intensivbetten von ungeimpften Corona-Erkrankten belegt werden.

Gegenüber SWR Aktuell bekräftigt Lucha deshalb die 2G-Regelung in Baden-Württemberg.* Jeder der sich nicht impfen lasse, gefährde die medizinische Versorgung aller. Wenn die Intensivstationen wieder mit Covid-Patienten belegt wären, könnten Notfälle wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle möglicherweise wegen der Überlastung des Personals nicht mehr behandelt werden. „Wir haben es aufgebraucht, wir haben es „verbrannt“, um es mal drastisch zu sagen, nur weil manche zu bequem sind, zum Impfen zu gehen.“

2G in Baden-Württemberg: Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte?

Doch neben der 2G-Regelung für Gastronomie, Veranstaltungen und anderen Branchen könnte es in Baden-Württemberg auch zu einer weiteren drastischen Einschränkung für Ungeimpfte kommen. So ist denkbar, dass die Kontaktbeschränkung für diese Personen wieder verschärft wird.

Zur Erinnerung: Aktuell gibt es für private Zusammenkünfte und private Veranstaltungen keine Beschränkungen. Dies könnte sich aber möglicherweise noch diese Woche ändern, wenn die Landesregierung eine Verschärfung für Ungeimpfte vorsieht.

Manne Lucha hält Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte für denkbar. Auch Uwe Lahl, Amtschef des Gesundheitsministeriums in Stuttgart, würde „Kontaktbeschränkungen für ungeimpfte Erwachsene“ für sinnvoll erachten – je nachdem wie die Lage in den Krankenhäusern aussieht. Erste Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte könnten demnach schon greifen, „wenn 200 bis 250 Intensivbetten belegt sind“.

2G in Baden-Württemberg: Innenminister will andere Regeln für Ungeimpfte

Ähnlich äußert sich auch Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl. Gegenüber der „Bild am Sonntag“ sagt er: „Wenn es auf die Intensivstationen durchschlägt, muss man handeln. Es wäre falsch, dann alle in Mithaftung zu nehmen, auch die Geimpften - deshalb wird es für Ungeimpfte andere Regeln geben als für Geimpfte.“ Das Sozialministerium habe eine Kontaktbeschränkung für ungeimpfte Erwachsene und ein Besuchsverbot von Restaurants und Konzerten vorgeschlagen. Wie genau die Kontaktsperre für Ungeimpfte in Baden-Württemberg aussehen könnte, ist allerdings unklar. (jol) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt/dpa

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